Soziale Netze – höchste Zeit aufzuspringen

Posted on 30. November 2011

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Manche sprechen gleich von “Zeitenwende”, andere registrieren es etwas nüchterner: Die Nutzung des Internets verändert sich, vor allem bei den jungen Menschen: Weniger E-Mail, weniger Instant Messenger, weniger Informationsportale. Stattdessen, mit deutlichem Abstand: Soziale Netze, soziale Netze, soziale Netze. Das ermittelte jetzt das auf Internet-Messungen spezialisierte Marktforschungsunternehmen Comscore und der Netzökonom der FAZ, Holger Schmidt analysierte die Zahlen sehr anschaulich. Mein Rat: Lesen !

Und es sind nicht nur die Jungen: Innerhalb eines Jahres nahm die bei Facebook, Twitter und Google plus verbrachte Zeit in allen Altersgruppen deutlich zu, insgesamt um 51 Prozent. Und auch sonst geht der Trend zu den Sozialen Netzen. Und Nutzungszeit  ist aus meiner Sicht die valide Währung, denn für jeden hat der Tag nur 24 Stunden: Wer mehr Zeit in Sozialen Netzen verbringt, für den ist dies wertvoller als E-Mail, Informationsportale usw.

Doch wo bleibt in diesem Feld die deutsche Wissenschaft? Sind “Scienceblogs”  und  “Scilogs”  denn schon alles? Wer jetzt noch glaubt, er können sich bei seiner Kommunikationsarbeit vor allem auf die klassischen Medien verlassen, der hat die Zeichen der Zeit nicht verstanden. Nur gut, dass das Forum Wissenschaftskommunikation in der nächsten Woche in Köln (leider ausgebucht) Soziale Netze im Programm groß berücksichtig hat. Es ist höchste Zeit, dass Wissenschaftskommunikation auf diesen Zug aufspringt.

Natürlich kann man darüber streiten, ob Facebook und Twitter in fünf Jahren noch eine herausragende Rolle spielen werden. Im Internet wandelt sich alles ganz schnell. Aber Soziale Netze generell – wo man Communities bilden kann, wo man gemeinsame Interessen pflegt und gemeinsam interessierende Informationen austauscht – werden auch weiterhin eine zunehmend wichtigere Rolle im interaktiven Netz und in der Kommunikation spielen – wie immer sie heißen und aussehen werden.

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