Das Live-Projekt, Teil 10 – Wichtige Botschaften bei knappen Ressourcen

Posted on 26. Juni 2012

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Botschaften ansprechend vermitteln – Lichtpyramide aus polymeren Faser-LEDs.
Foto: HarzOptics

Lieber Herr Reinboth,

nachdem wir zwischendurch einige grundsätzliche Dinge erörtert haben, heute einige Anmerkungen zu den Botschaften, die Sie an Ihre Zielgruppen vermitteln wollen und zum kritischen Thema Ressourcen.

Die Botschaften, die Sie in Ihrer Antwortangesprochen haben, haben aus meiner Sicht einen Inhalt gemeinsam: Kompetenz. Sie wollen allen, ob Kunden für die LED-Testung, Bürgermeistern, Politikern und potenziellen Forschungspartner vor allem Eines sagen: Wir sind kompetent, wenn es um LEDs und wenn es um Breitbandkommunikation geht. Kompetenz stellen Sie vor allem durch drei Dinge unter Beweis: Interessante Forschungsergebnisse, Zusammenarbeit mit anderen kompetenten Partnern und Auszeichnungen.

Seitenlichtfasern bei HarzOptics.

Die Vergabe des NoAE Innovation Award an HarzOptics, zu der Sie mir zwischendurch die Pressemitteilung geschickt haben, ist ein gutes Beispiel, wie man solche Auszeichnungen nutzen kann. Zwar war die Verleihung in Düsseldorf, zwar mag der Preis in der Öffentlichkeit absolut unbekannt sein – mehr als eine Standard-Pressemitteilung ist er immer wert.

Wie wäre es etwa, wenn Sie das Thema oder das Projekt, für das Sie ausgezeichnet wurden, stärker herausstellen, denn das ist ja Ihre Leistung – viel weniger der Award, mit dem sich andere schmücken, vor allem die Verleiher. Ich habe in der Pressemeldung gar nicht verstanden, wofür Sie ausgezeichnet wurden. Für Redakteure Ihrer Lokalzeitung oder für die örtlich zuständigen Korrespondenten der Landeszeitung wäre es aber vielleicht ein Thema, darüber zu schreiben, wenn sie wissen, dass dies eine besondere Leistung war (was sie sonst in diesem Feld eben nicht beurteilen können). Und dafür ist die Auszeichnung ein schlagkräftiges Argument. Ganz generell ist es immer gut, wenn andere von einem sagen, dass man gut ist – schlecht dagegen ist es, wenn man es selbst sagen muss.

Eigene Forschungsleistungen sind das wohl wichtigste Themenfeld, das Sie nutzen sollten. Dabei geht es in der Öffentlichkeitsarbeit vor allem darum, Ihre Forschung in das spezielle oder in das allgemeine Interesse der Zielgruppe umzusetzen. Bei Kunden wird es vor allem das spezielle Interesse sein, entweder fachlich auf LEDs oder Breitband bezogen, oder aber auf die jeweilige Branche. Bei Politikern ist es immer eher das allgemeine Interesse, denn sie müssen ihre Entscheidungen immer wieder gegenüber einem breiten Publikum mit einfachen Argumenten rechtfertigen. Gehen Sie einmal in Gedanken durch Ihr Institut und überlegen bei jedem Projekt, ob etwas für spezielle Kunden oder für allgemein Interessierte herausgekommen ist. Etwa bei der Simulation von Straßenbeleuchtung: Dient dies nicht der Sicherheit von Leuten an der Haltestellen, dient dies nicht der Energieeinsparung? Ich kenne zu wenig die Forschungsarbeiten bei Ihnen, um Ihnen da etwas vorschlagen zu können.

Oder aber Sie generieren Ergebnisse für die Öffentlichkeit: Gibt es denn – nur eine Idee – aus Ihren Massentests von LEDs Erkenntnisse, die man statistisch aufbereiten kann? Ich könnte mir da vorstellen, etwa eine schockierende Zahl (ich spinne jetzt einmal: „12 Prozent der LEDs halten nicht, was sie versprechen“, oder etwas Positives „LEDs in den letzten Jahren deutlich besser geworden“) oder irgendetwas Generelles, was man aus Ihren Tests weiß oder anhand der vorhandenen Zahlen relativ einfach zusammenstellen kann. Manche Institute machen sogar – einfache – wissenschaftliche Untersuchungen oder statistische Auswertungen nur wegen der Schlagzeilen, die sie damit produzieren – und mit denen sie dann qua Öffentlichkeitsarbeit somit wieder ihre Kompetenz unterstreichen.

Scharf auf fokusieren – Begrenzte Mittel umso gezielter einsetzen.
Bild: HarzOptics

Sicher kommen Sie aber nicht umhin, sich für jede Zielgruppe – neben der allgemeinen Öffentlichkeitsarbeit, Pressearbeit usw. – noch spezielle Medien auszudenken, in denen Sie diese Zielgruppen in der Sprache und mit den Argumenten erreichen, die sie jeweils gewohnt sind. Ich denke, angesichts der Größe Ihrer Zielgruppen, der guten Erreichbarkeit (siehe Das Live-Projekt, Teil 8 ) und der Möglichkeit, an viele Mailadressen aus den Zielgruppen zu kommen, wäre ein E-Mail-Newsletter gar kein schlechter Weg. Den können Sie ohne großen Aufwand erstellen und versenden, leicht an die unterschiedlichen Interessen anpassen und er trifft das professionelle Interesse der Adressaten – ist daher weniger in Gefahr, in Spamfiltern zu landen (was er sicherlich dennoch in vielen Fällen tun wird – dazu gibt es diese Instrumente ja). Natürlich muss man flexibel auf die Reaktionen der Angeschriebenen reagieren, sehen welchen Ton man treffen muss, um sie nicht zu verschrecken, und vor allem versuchen, die Interessen der Angeschriebenen zu treffen.

Ich meine – und das ist sehr wichtig – keinen Newsletter in dem Stil: Sammlung von allem, was im Laufe einer Woche angefallen ist. Ich denke vielmehr an einen Newsletter im Stil einer kurzen persönlichen E-Mail über eine (wirklich nur eine!) Neuigkeit, die interssant ist. Also ansprechend gestaltet (wiedererkennbar!), natürlich als HTML-E-Mail, eventuell mit einem kleinen (!), attraktiven Foto, nicht länger als zehn Zeilen, natürlich mit einem Link zu weiterführenden Informationen, mit persönlicher Anrede, mit einer Person, die die Mail unterschreibt (aber natürlich mit einem Mail-Absender, der HarzOptics deutlich werden lässt, auch wenn „Presse“ vielleicht nicht der richtige Absender ist, „Vorstand“ oder „Geschäftsleitung“ wäre hier sicher viel besser. Und auch nicht jede Woche, aber vielleicht einmal im Monat. Am Ende, unter der Unterschrift, darf es gern einen Standard-„Schwanz“ (so der journalistische Begriff für einen feststehenden Anhang) geben – von maximal drei/vier Zeilen – mit einer Beschreibung von HarzOptics. So müssen Sie nicht jedes Mal Platz in der Nachricht verschwenden und die Empfänger müssen nicht jedes Mal das lesen, was sie ja vielleicht ohnehin schon wissen.

Daneben brauchen Sie aber natürlich für jede Zielgruppe auch noch gedrucktes Informationsmaterial. Seien es Datenblätter für die Techniker, sei es ein Instituts-Flyer für Politiker, Management bei Kunden oder für Journalisten. Natürlich muss auch der gut strukturierte Verteiler vorhanden sein, ein Logo von HarzOptics und generell der einheitliche Auftritt nach Außen (genannt: Coporate Idendity, wir lassen es beim Corporate Design). Und da sind wir bei den Ressourcen, die Sie für Ihre Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung haben.

Die Ressourcen:

Christian Reinboth, Mitgründer von HarzOptics

Christian Reinboth, Mitgründer von HarzOptics

Jetzt geht es um die Kosten. Mit 2.000 Euro im Jahr kommen Sie natürlich nicht weit. Vor

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