Das Live-Projekt, Teil 11 – Bleiben Ressourcen immer knapp?

Geschrieben am 3. Juli 2012

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Die Weizenkörner – von der WordPress-Media Gallery eher zufällig vorgeschlagen – sind ein gutes Symbol für Ressourcen: Wer nicht sät, wird nicht ernten. (Foto: Wikipedia)

Durch einen technischen Fehler wurden in der letzten Woche meine Anmerkungen zu den Ressourcen bei HarzOptics abgeschnitten. Da ich verreist war, konnte ich dies nicht zeitnah korrigieren. Daher heute das wichtiges Kapitel Ressourcen in voller Länge.

Dazu eine Vorbemerkung: Ressourcen, also Finanzen und Manpower, sind keine vorgegebenen, unveränderlichen Größen. Sie lassen sich an die Ziele und Gegebenheiten anpassen. Daher ist ves richtig, dieses Thema am Schluss zu betrachten, wenn man eine Bestandsaufnahme macht. Erst ist es wichtig, sich klar zu werden, welches Potenzial habe ich überhaupt und was will ich erreichen.Wenn ich das weiß, dann kann ich schauen, ob meine Ressourcen dazu ausreichen. Wenn ja (eher selten) sehr schön, wenn nein, gibt es die zwei Möglichkeiten: Abstriche bei den Zielen machen, so dass ich innerhalb der Ressourcen bleibe, oder den Weg über Budgets und Institutionen gehen und die Ressourcen anpassen. Ich bevorzuge die dritte Möglichkeit: Beides gleichzeitig zu versuchen.

Seitenlichtfasern bei HarzOptics.

Die Ressourcen, die bereitgestellt werden, sind ein Ausdruck, wie wichtig eine Aufgabe ist – hier die Öffentlichkeitsarbeit. Ich denke, mit einem klaren Bild davon, welches Potenzial ein Institut in der Öffentlichkeit hat und was man damit erreichen könnte, ist es viel leichter, für mehr Geld und Manpower zu argumentieren und die Rahmenbedingungen zu verändern.

Nun aber:

Die Ressourcen:

Jetzt geht es um die Kosten. Mit 2.000 Euro im Jahr kommen Sie natürlich nicht weit. Vor allem am Anfang – und auch danach – wird es etwas teurer, wenn Ihnen Öffentlichkeitsarbeit wirklich wichtig ist. Doch zumnächst: Was brauchen Sie? Nicht an Geld, sondern an Instrumenten.

Ich würde in zwei Kategorien unterscheiden: Eine Grundausstattung, die Sie auf jeden Fall benötigen, wenn Sie in der Öffentlichkeit präsent sein und dort auch Wirkung erzielen wollen. Und eine flexibles Instrumentarium, das aus einzelnen Aktionen bestehen kann, aber auch aus zeitweisen Einsätzen, um bestimmte Ziele zu erreichen.

Zur absolut notwendigen Grundausstattung gehören: Corporate Design (durchgängig von Briefbögen und Visitenkarten bis zur Powerpoint-Präsentation der Wissenschaftler), eine Website (haben Sie schon, sehr aktiv, aber vielleicht sollten Sie da deutlicher Prioritäten setzen), ein gut strukturierter Verteiler (darüber haben wir ja schon im Exkurs Pressemitteilungen ((LINK)) gesprochen, und ein – ich nenne es einmal so – „informatives Grundrauschen“. Zu letzterem zählen Kontakte zu den fünf oder sechs Medien, die wirklich wichtig für Sie sind, vor allem Lokalzeitungen, Regionalzeitungen in der Landeshauptstadt oder die wichtigste Fachzeitschrift (auch Lokalradios und Lokal-TV!). Da sollten Sie mit passenden Highlights – jeweils dem Medium angemessen – versuchen, auch persönliche Kontakte aufzubauen. Außerdem gehören zum Grundrauschen in größeren Abständen Pressemitteilungen (aber nur, wenn Sie wirklich etwas zu sagen haben), Einladungen der Presse zu wichtigen Veranstaltungen, Bereitstellung von Experten für die Medien der Region, Anregungen für aktuelle Themen, dh. Aktionen, die Sie unternehmen um die Medien aufmerksam zu machen. Sie sollen präsent sein in der Öffentlichkeit Ihrer Umgebung.

Wenn ich da sehr zurückhaltend mit der Kalkulation rangehe, denke ich, unter einem Budget von 10.000 Euro werden Sie im ersten Jahr beim Grundrauschen nicht viel erreichen können. Es sei denn, Sie haben über die Hochschule Verbindungen zu Grafikern, zu Druckern oder zu studentischen Hilfskräften, mit denen sie preiswerter wegkommen. Ganz unabhängig von der Höhe des Budgets: Sie  sollten es als Budget einplanen, für Öffentlichkeitsarbeit festschreiben und es dann im Laufe des Jahres oder sogar schon im Vorjahr verplanen. Nichts ist schlimmer als Öffentlichkeitsarbeit aus der laufenden Liquidität: Da werden keine gezielten Prioritäten gesetzt, da wird momentan entschieden und am Ende nicht weniger ausgegeben, ohne aber wirklich etwas gezielt anzustreben und zu erreichen. Also bitte, wenn Sie ernsthaft Öffentlichkeitsarbeit machen, dann mit einem festen, dafür vorgesehenen Budget.

Das größte Problem aber wird sein: Ihr Zeitbudget. Denn kümmern müssen Sie sich um alles, und es gibt zeitaufwändige Aufgaben, die Sie auf keinen Fall delegieren können, etwa die Kontakte zu den örtlichen Medien. Da sollten Sie genug Zeit bei sich freischlagen, denn ohne Sie geht nichts voran, auch wenn Sie andere damit beauftragt haben – Sie sind die Stimme des Instituts.

Ich hoffe, ich habe Ihnen damit nicht den Mut genommen. Ich bin auch bewußt nicht auf die Instrumente eingegangen, die Sie bereits nutzen (Spenden etwa haben nur wenig öffentliche Wirkung; Blogs dagegen sind prima, strahlen Kompetenz aus, haben nur den Nachteil, dass die Leute erst einmal dorthin kommen müssen, Blog- Marketing ist also die entscheidende Aktivität).

Christian Reinboth, Mitgründer von HarzOptics

Christian Reinboth, Mitgründer von HarzOptics

Ich habe erst einmal versucht, Ihnen ein Bündel von Kommentaren und Antorten auf die grundlegenden Fragen zu geben. Jetzt liegt es an Ihnen. Entweder haben Sie weitere Fragen, dann stehe ich gern zur Antwort bereit. Auf jeden Fall müssen Sie jetzt entscheiden, wieviel Sie in Ihre Öffentlichkeitsarbeit investieren wollen. Da denke ich nicht nur an Finanzen, sondern auch an Ihr Engagement und an Manpower, denn Kommunikation ist immer auch ein arbeitsaufwändiges Geschäft. Was Sie mit Ihren Kollegen (Sie können ja delegieren) da leisten wollen und können, darüber müssen Sie sich klar werden.

Ich freue mich auf Ihre Reaktion. Beste Grüße

Ihr Reiner Korbmann

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