Ein Wort an die Damen
Ich hasse Binnen-I! Ich hasse Umständlichkeit! Ich schätze sehr die Arbeit vieler Frauen in der Wissenschaftskommunikation (auch generell scheinen Frauen meist die besseren Kommunikatoren zu sein). Daher verwendet dieser Blog in der Regel sprachlichen Unisex (Ausnahmen möglich). Also nichts mit “liebe Forschungssprecher und Forschungssprecherinnen” oder ähnlichen langatmigen Rattenschwänzen. Bitte nicht beleidigt sein, das ist wahrhaftig keine Geringschätzung, sondern schlicht Eigensinn, abweichend von der Political Correctness. Für mich sind Bezeichnungen wie “Forschungssprecher”, “Wissenschaftler” oder “Kollegen” eben Gattungsbegriffe (wobei ich dabei in vielen Fällen eher eine professionelle Frau vor Augen habe als einen Mann). Aus macho-historischen Gründen aber sind Gattungsbegriffe in unserer Sprache nun einmal meist männlich. Auch da bestätigen Ausnahmen die Regel.

Hanns-J. Neubert
1. Dezember 2011
Gattungsbegriffe: In anderen Ländern wundert man sich über die plitische Korrektheit der Deutschen in ihrer Sprache. Eine schwedische Bekannte, die gut Deutsch kann, fadn eher das Binnen-Innen diskriminierend. Sie ist Lehrer. Es würde sie stören, wenn jemand nicht als Lehrer sehen würde, sondern als Frau, die auch Lehrerin ist.
Übrigens: In Schweden heiß auch der Krankenpfleger “Schwester” (sjuksköterska): Schwester Pär, Schwester Johann, Schwester Janna.
Schöner Blog ansonsten.
Schöne Grüße
/ Hanns-J. Neubert
Laura
9. Dezember 2011
Wo sind eigentlich die Frauen, für die solche Dinge wichtig sind?
Als Frau in einer Männerdomäne frage ich mich seit jeher, warum man mich in der häufig verwendeten Anrede “Liebe Frau XY, liebe Kollegen” eigentlich aus dem Kollegenkreis ausschliesst. Und ich habe mit so ziemlich jeder Kollegin darüber gesprochen, ob Sie Wert auf eine solche Anrede legt. Die einhellige Meinung: “Alles Unsinn”.
Wofür also das alles?
Friederike Klein
12. Dezember 2011
Ich finde schon die Überschrift
Ein Wort an die “Damen”
eine Zumuntung!
Bewusstsein und Bewusstheit macht manchmal Mühe. Die sollten wir als Wissenschaftsjournalistinnen nicht scheuen. Es geht auch durchaus, abwechselnd den einen (männlichen) und den anderen (weiblichen) Begriff zu verwenden. Das dadurch erzeugte Stutzigmachen ist auch schon ein erhellendes Aha-Erlebnis, liebe Männer. Oder habt Ihr Euch bei Wissenschaftsjournalistinnen gar nicht angesprochen gefühlt?