Wie lange brauchen wir noch Journalisten?

Posted on 25. November 2011

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Die wichtigsten PR-Themen im kommenden Jahr

Früher führte der Weg in die Öffentlichkeit vor allem über eine Schwelle: die Journalisten. Egal ob man mit einer wichtigen Nachricht die Weltöffentlichkeit erreichen, eine Veranstaltung am Ort ankündigen oder Geldgeber von den Qualitäten des eigenen Instituts beeindrucken wollte – zuerst galt es, die große Hürde nehmen: wenigstens einen Journalisten überzeugen, dass die eigene Botschaft eine gute Story ist.

Spätestens mit der Verbreitung des Internets ist das vorbei. Der Weg direkt zu den Zielgruppen ist für jeden Forschungssprecher offen, soziale Netzwerke tun ein Übriges, schaffen Communities von Gleichgesinnten, Interessenten und Followern – Alternativen zu dem Weg über die Medien. „Mitunter verzichtbar und häufig desinteressiert“ so beschreibt die dpa-Tochter „News aktuell“ die Rolle der Journalisten heute. Sie fasst damit das Ergebnis ihres „PR-Trendmonitor 2011“ zusammen, der zeigt, dass jede zehnte Unternehmens-Pressestelle Redaktionen nicht mehr für zwingend notwendig hält um ihre Botschaften erfolgreich zu kommunizieren. Schluss mit dem Diktat gelangweilter Journalisten, die ihren Lesern nichts weitergeben wollen, was sie nicht ganz persönlich interessiert, die glauben, als Einzige zu wissen, was wichtig und unwichtig in unseren Zeiten ist – und oft genug dabei doch nur die Interessen des eigenen Mediums im Auge haben.

Spannende Ergebnisse, die man sich anschauen und darüber nachdenken muss. Wer als Forschungssprecher jetzt nicht anfängt über Web 2.0 und soziale Netze zu kommunizieren – und jetzt nicht aufhört, sich „Pressesprecher“ zu nennen, der droht den Lauf der Zeit zu verschlafen. Denn auch die Journalisten informieren sich mehr und mehr in sozialen Netzen, wie die Cision-Studie 2011 zeigt, selbst wenn die deutschen Kollegen da noch Nachzügler sind. Das World Wide Web ist nicht alles, aber ohne WWW, Facebook und Twitter ist eben alles nichts.

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