Durchbruch oder Traum – Tschira-Stiftung gründet Institut für Wissenschaftskommunikation

Posted on 14. März 2012

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10 Millionen für Wissenschaftskommunikation: Villa Bosch, Sitz der Tschira-Stiftung in Heidelberg

Das Ende der Blog-Pause und zugleich die Meldung der Woche, des Monats, des Jahres! Nach zehn Wochen Blogpause melde ich mich wieder. Und gleich mit einem Hammer: Die Klaus-Tschira-Stiftung fördert mit 10 Millionen Euro die Gründung eines „Nationalen Instituts für Wissenschaftskommunikation“. Eine hoffnungsfrohe Nachricht: Endlichbekennt sich jemand nicht nur in folgenlosen Festreden zu einer besseren Kommunikation der Wissenschaft, sondern nimmt kräftig Geld dafür in die Hand. Und er dreht gleich an einer entscheidenden Stellschraube, weshalb in Deutschland die Wissenschaftskommunikation so sehr im Argen liegt: Es fehlt an professioneller Ausbildung und an Fortbildung für die Kommunikatoren.

Das Nationale Institut für Wissenschaftskommunikation, gleich zu Beginn mit dem zugkräftigen Kürzel „NaWik“ ausgestattet, wird am Karlsruher Institut für Technologie KIT entstehen. Ein guter Ort, der bisher noch kaum vorbelastet ist, weder durch Platzhirsche, durch Eitelkeiten einzelner Institutsdirektoren oder durch Besitzstandsdenken bestehender Einrichtungen. Selbst die biederen Ergebnisse des KIT-Projekts „InsideScience“ dürften kein Hemmschuh sein. Schon im Oktober dieses Jahres soll das Institut den Lehrbetrieb aufnehmen. Und KIT-Präsident Horst Hippler sieht bereits Karlsruhe als Zentrum einer neuen Disziplin: „Unser Ziel ist es, Wissenschaftskommunikation als neues Forschungs- und Lehrgebiet am KIT zu etablieren.“

Klaus Tschira

Der Stifter: Klaus Tschira

Noch ist allerdings ziemlich unklar, was genau am „NaWik“ passieren wird. Selbst der oder die verantwortliche Wissenschaftler bzw. Wissenschaftlerin steht noch nicht fest. Ausbildung und Fortbildung? Während Stifter Klaus Tschira, der einst den Sotwarekonzern SAP mitgründete, gleichzeitig von Aus- und Weiterbildung spricht, sieht KIT-Präsident Hippler nur „Studiengänge“ am Horizont – was angesichts der Schwäche aller Hochschulen im Bereich Fortbildung eher andere Schwergewichte erahnen lässt.

Aus der Pressemitteilung geht auch nicht hervor, welche Ausbildung am Schluss im Mittelpunkt stehen wird, die für einen– neben guter Forschung – nebenbei auch bestmöglich kommunizierenden Wissenschaftler (so beides gleichzeitig überhaupt möglich ist), oder das benötigte Berufsbild eines professionellen Kommunikators, der für die Forscher – im besonderen Kulturumfeld Wissenschaft und mit allen Wassern des Komplexes Kommunikation gewaschen – das beste Kommunikationsergebnis erreicht. Die Beteiligung der Zeitschrift „Spektrum“ lässt zwar eher dilettierende Wissenschaftler erwarten, unter denen glücklicherweise immer wieder auch Naturtalente sind. Nun ja, wir werden sehen, wie sich das Konzept am Ende aussieht. Immerhin: Zum Wintersemester startet am KIT bereits ein Studiengang mit dem umfassenden Titel „Wissenschaft – Medien – Kommunikation“ unter dem man sich entsprechend vieles vorstellen kann.

Zur Blogpause: Sie war persönlich und beruflich bedingt. Jetzt geht es weiter mit dem gewohnten Engagement. Neue Pläne und spannende Informationsreihen stecken schon im Kopf.

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