Wer sind wir? – Die Durchschnitts-Pressesprecher-in

Posted on 27. November 2012

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Statistiker sind manchmal furchtbar – und dennoch interessant. Wer von uns will schon Durchschnitt sein? Jeder, der etwas auf sich hält, legt zu recht Wert darauf, dass er aus dem Durchschnitt herausragt. Nur dazu muss er erst einmal wissen, wo der Durchschnitt ist. Und dafür haben der Kommunikationsforscher Prof. Günter Bentele und der Bundesverband der Pressesprecher gesorgt, ganz aktuell in der gerade veröffentlichten Studie „Profession Pressesprecher 2012 – Vermessung eines Berufsstandes“. Hoch interessant für jeden, der ganz generell über den eigenen Berufsstand Bescheid wissen will.

So sieht nach Prof. Bentele also der Pressesprecher heute aus – oder besser, die Pressesprecherin, denn es ist ein Berufsstand, in dem absolut Frauen in der Mehrzahl sind. Und natürlich sind die Ergebnisse nicht Wissenschafts-spezifisch. Hier geht es vor allem um die Pressesprecher in der Industrie:

„Der durchschnittliche Pressesprecher bzw. die durchschnittliche Pressesprecherin 2012 in Deutschland ist 42 Jahre alt, hat ein Jahreseinkommen von 64.214 Euro brutto – in Unternehmen insbesondere in größeren Unternehmen liegt dies deutlich höher, Frauen verdienen durchschnittlich deutlich weniger. Er/sie arbeitet schon knapp elf Jahre in seinem/ihren Job, davon sechs Jahre auf der aktuellen Arbeitsstelle. Dem Berufsfeld der „Pressesprecher“ gehören mittlerweile zu 54 Prozent Frauen, zu 46 Prozent Männer an (2007 waren Männer noch zu 53 Prozent vertreten). 27 Prozent der Befragten sind berufliche Direkteinsteiger, 31 Prozent haben vorher als Journalisten gearbeitet….Die Pressesprecher sind formal gut gebildet: 90 Prozent haben ein Studium abgeschlossen, sechs Prozent sind promoviert. Die meisten haben ein geistes- oder sozialwissenschaftliches Fach (43 Prozent) oder Kommunikationswissenschaft (23 Prozent) studiert. Der Anteil dieses Einstiegsfach ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Ein Fünftel hat PR studiert, fast doppelt so viele haben PR-Fort- und Weiterbildungsangebote besucht….“

Und dann geht es weiter mit vielen Details. Bis hin zu der Feststellung „dass die Feminisierung des Berufsfeldes weiter fortschreitet und nunmehr Frauen in allen Altersgruppen bis 50 Jahre die Mehrheit stellen.“ Erfreulich sieht es die Studie, dass die einschlägige Fachausbildung im Feld weiter zunimmt. „Die einzelnen akademischen Ausbildungsstätten sind allerdings meist nur einer Minderheit bekannt.“

Wie gesagt, diese Aussagen beziehen sich vor allem auf Pressesprecher in der Wirtschaft. Nach meinem persönlichen Eindruck, ohne repräsentative Untersuchung, dürften sie im Großen und Ganzen auch auf die Forschungssprecher und -sprecherinnen zutreffen – wohl mit zwei Ausnahmen: 1. beim Gehalt – sind so viele Pressesprecher so gut eingestuft, dass sie nach öffentlichen Tarifen auch 64.000 verdienen? Und 2. ausgerechnet bei der einschlägigen Fachausbildung – einschlägige akademische Ausbildungsstätten für Forschungssprecher gibt es in Deutschland leider nicht, jedenfalls nicht in der notwendigen Qualifikation. Da wird es auch mit der Einstufung kaum besser werden.

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