Rohrkrepierer – Blogs und Wissenschaftskommunikation

Posted on 4. Dezember 2012

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Kommunizieren, Netzwerken zur Wissenschaftskommunikation

Kommunizieren, Netzwerken zur Wissenschaftskommunikation in Dresden

Reiner_Blog_miniWenn Sie diese Zeilen lesen, lieber Leser, sollten Sie, so hoffe ich als Autor, ein paar neue Informationen bekommen, Gedanken Assoziationen, Ideen, die Sie hoffentlich interessieren. Deshalb mache ich diesen Blog. Ich schreibe „Wissenschaft kommuniziert“ nicht allein, weil es Spaß macht (macht es, aber es steckt auch ein ziemlicher Aufwand an Zeit dahinter, selbst an Reisen wie zum Forum Wissenschaftskommunikation nach Dresden), oder aus persönlicher Eitelkeit, um sichtbar zu werden.

Wenn ich aber den Protagonisten der Podiumsdiskussion zu Wissenschaftsblogs beim Forum Wissenschaftskommunikation in Dresden folgen würde, wären dies meine Beweggründe, sonst fast nichts. Da saßen sie, professionelle Blogger aus der Wissenschaftsszene, Richard Zinken, als Verlagsleiter Geschäftsführer des Spektrum-Verlags verantwortlich für die Blog-Plattform Scilogs, die Forschungsbloggerin Beatrice Lugger, seit neuestem stellvertretende Leiterin des Nationalen Instituts für Wissenschaftskommunikation (NaWik) und Bloggerin der Nobelpreisträger-Tagungen in Lindau, Solveig Wehking, Verantwortliche des Forschungsblogs der Fraunhofer Gesellschaft und Mareike König, Mitinitiatorin des Geisteswissenschaften-Blogs Hypotheses vom

Richard Zinken

Richard Zinken

Beatrice Lugger

Beatrice Lugger

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Solveig Wehking

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Dr. Mareike König

Deutschen Historischen Institut in Paris. Und ihnen fiel zu Nutzen und Sinn von Blogs in der Wissenschaftskommunikation nicht mehr ein, als dass sie die Sichtbarkeit erhöhen und vor allem dass Blogen Spaß macht. Lediglich Zinken, sah noch ein Stück Profilierung für seine Verlagsprodukte darin, meinte zugleich aber, Blogs als Selbstzweck zu sehen, sei nicht so ganz falsch. Eine Empfehlung für die Nutzung von Blogs in der Wissenschaftskommunikation war das nicht.

Haben denn die Blog-Pioniere noch gar nicht verstanden, was sie tun? Kein Wort in der Diskussion, dass Blogs im Grunde individuelle, interaktive und zielgerichtete Online-Zeitschriften für jedermann sind. Für Kommunikatoren sind sie ein bestens geeignetes Mittel, um Internet-affine Zielgruppen mit für sie interessanten Themen dauerhaft zu erreichen (das tue ich hier mit den Zielgruppen Forschungssprecher und Wissenschaftler zum Thema Wissenschaftskommunikation). Und wieviele Internet-affine Zielgruppen gibt es heute bereits – es werden immer mehr. Ob ein Biowissenschaftler die ökologische Nische eines wertvollen Schmetterlings bedroht sieht, ob ein anderer sein Fachgebiet für Studenten attraktiv machen will, ob ein dritter ein Citizen-Science-Projekt starten oder ein Forschungssprecher frühzeitig die Nachbarschaft an einer Institutserweiterung beteiligen will. Blogs eignen sich überall dort, wo sich die verfügbare Information erst allmählich entwickelt und zu umfangreich ist, um sie für die Betroffenen allein in einer Pressemitteilung oder einem einstündigen Vortrag unterzubringen. Dazu kommen die Möglichkeiten der Diskussion, die Blogs bieten, und, und und … Wenn man es historisch sehen will, dann haben Blogs die Pressefreiheit erst endgültig zu einem Allgemeingut gemacht, von der der große Publizist Paul Sethe noch meinte: „Pressefreiheit ist die Freiheit von 200 reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten.“

Wenn es nur um den Spaß an der Freude geht, dann werden Blogs schnell zu Rohrkrepierern, so wie diese Diskussion bei dem Forum, bei dem es um Wissenschaftskommunikation geht. Wer aber die Chancen erkennt, die eine zielgruppengerechte, optisch attraktive Darstellung der eigenen Themen für eine Internet-affine Zielgruppe bieten, für den sind Blogs ein unverzichtbares Werkzeug des Austausches mit dieser Zielgruppe. Belege dafür sind etwa die Diskussion, die seit Wochen in der Szene um den Gastbeitrag zur PUSH-Initiative von Dr. Volker Meyer-Guckel Wellen schlägt. Seinen Vortrag bei der Tagung der GDNÄ in Göttingen haben etwa 50 Zuhörer gehört, im Blog haben ihn über 800 Interessenten gelesen. Und ein Beleg sind nicht zuletzt Sie, verehrter Leser, der diese Zeilen bis hierher wahrgenommen hat.

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