Ein Blog nackt – Die Bilanz 2013 von „Wissenschaft kommuniziert“

Posted on 7. Januar 2014

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Bilanz der Inhalte - Eine Wortwolke aus den Überschriften der Blogposts von 2013.

Bilanz der Inhalte – Wortwolke aus den Titeln der Blogposts von 2013.

Transparenz ist wichtig, sogar absolut notwendig, wenn es um Glaubwürdigkeit geht. Wer ist der Absender von Informationen, was beabsichtigt er, welche Interessen verfolgt er allgemein und im speziellen mit diesen Informationen? Im Internet ist Transparenz leider nicht selbstverständlich. Das hat mir gerade erst wieder eine Diskussion um die Wahl zum Wissenschaftsblog des Jahres 2013 gezeigt: Wer steckt hinter einem Blog, welche Verbindungen hat er, wo sitzt er, wie ist er zu kontaktieren?

Um ein Beispiel zu geben, aber auch um der eigenen Verantwortung gegenüber den Leser gerecht zu werden, veröffentlicht „Wissenschaft kommuniziert“ nicht nur, wer den Blog macht und warum, sondern jedes Jahr auch die aktuelle Bilanz des vergangenen Jahres: Zahlen, Hits und Enttäuschungen – dieser Blog hat nichts zu verbergen. Er zeigt sich auch nackt (Puristen mögen die anreißerische Überschrift verzeihen, aber auch Verkaufen gehört zum Handwerk eines Autors).

Nun zu den Fakten: Das Jahr 2013 war für „Wissenschaft kommuniziert“ ein außergewöhnliches Jahr, gekennzeichnet vor allem durch eine fast siebenmonatige Blogpause (ausgelöst durch ein größeres privates Projekt und verlängert durch die zunehmende Freude an der Freizeit, die man in unserem Land nach 65 genießen kann). Das soll die Ausnahme bleiben: Die guten Vorsätze sehen mehr Kontinuität für 2014 vor.

Insgesamt 21 Blogposts wurden 2013 auf „Wissenschaft kommuniziert“ veröffentlicht (plus 3, die mit anderen direkt zusammenhingen). Im Vorjahr waren es 57 Blogposts. Entsprechend waren meine Erwartungen gedämpft: Noch Mitte November rechnete ich mit einem Rückgang der Zugriffszahlen um mindestens 20 Prozent. Doch es kam anders: Die Berichterstattung zum Forum Wissenschaftskommunikation (894 Zugriffe), die Gastkommentare zum Kongress der Wissenschaftsjournalisten „Wissenswerte“ (1.187 Zugriffe), insbesondere derBeitrag von Ex-Fraunhofer-Sprecher Franz Miller (fast 1.000 Zugriffe) sowie die Wahl des „Wissenschafts-Blogs des Jahres 2013“ (4.148 Zugriffe) brachten weit mehr Echo, als ich erwarten konnte. Am Ende verzeichnete „Wissenschaft kommuniziert“ 27.760 Zugriffe im Jahr 2013, rund zehn Prozent mehr als im Jahr vorher. Neben den genannten waren die meistgelesenen Blogposts: die Ergebnisse der „Wahl des Wissenschafts-Blogs 2012“ (2.700), die Wahl der Forschungssprecher des Jahres (951), die Ausschreibung für Zukunftsprojekte der Philip Morris Stiftung (675), die Bilanz 2012 von „Wissenschaft kommuniziert“(260) sowie der Gastbeitrag von Franz Miller zum Verhältnis Wissenschaftler und Journalisten (217).

Doch auch einige lesenwerte Beiträge aus den Vorjahren erzielten hohe Zugriffszahlen, aus dem Jahr 2012 zum Beispiel der Blogpost zur Frage „Wo lernt man Wissenschaftskommunikation“ (645) – ein Thema das ich in diesem Jahr intensiver behandeln will – und der Gastbeitrag von Volker Meyer-Guckel „Wie Wissenschaft kommunizieren sollte“ (420). Und dann gibt es Dauerbrenner, die immer interessant sind, wie „Warum dieser Blog“ (471), das Impressum (288) – soviel zum Stichwort Transparenz– und meine Begründung für den semantischen Unisex „Ein Wort an die Damen“ (467). Rätselhaft bleiben nach wie vor die irrwitzigen Zugriffszahlen auf einen Blogpost von 2011: „Was hat Wissenschaft mit Coca Cola zu tun?“ (2.462). Da müssen Crawler von Coca Cola unterwegs sein. Mehr dazu in der Bilanz 2012.

Eine bemerkenswerte neue Entwicklung zeigte sich in den letzten zwölf Monaten: Das wachsende Interesse aus dem Ausland an Wissenschaftskommunikation in Deutschland. Mit der Einführung des Links zur – zugegebenermaßen notdürftigen – automatischen Google-Übersetzung stieg dieses Interesse enorm: Im Vergleich zu den ersten Monaten des Jahres hat sich der Anteil der Zugriffe aus dem nicht-deutschsprachigen Ausland von etwas mehr als vier auf fast zehn Prozent verdoppelt. Aus insgesamt 71 Ländern kamen die Zugriffe auf „Wissenschaft kommuniziert“, darunter vereinzelt auch von Exoten, wie der Mongolei, Nepal oder den Kapverdischen Inseln: Herzlich willkommen.

Doch Zahlen sind nicht alles. Für mich geht es bei dem Nischenthema Wissenschaftskommunikation nicht so sehr darum, möglichst viele Zugriffe auf die Seiten meines Blogs zu haben, sondern dafür zu sorgen, dass mein Thema im Gespräch ist, vor allem bei den richtigen Leuten – den Wissenschaftlern und den Wissenschaftskommunikatoren. Umso erfreulicher, dass dies offensichtlich mehr und mehr gelingt, je länger „Wissenschaft kommuniziert“ aktiv ist (jetzt genau seit 26 Monaten). Im Ebuzzing-Ranking der einflussreichsten Wissenschafts-Blogs beispielsweise stand „Wissenschaft kommuniziert“ vor zwei Jahren auf Rang 100. Dann ging es aufwärts bis auf Platz 18, dann wieder abwärts – ausgelöst durch die lange Blogpause 2013 – bis auf Rang 58. Die letzten zwei Monate war „Wissenschaft kommuniziert wieder schwer aktiv. Die Folge: Gerade erhielt ich die Meldung, dass im neuesten Ranking vom Januar 2014 dieser Blog wieder unter den ersten 25 rangiert: auf Platz 14. Das ist eine schöne Ermutigung, an dem Ziel festzuhalten, vor allem die richtigen Leser zu erreichen.

Die Internet-Firma Netcraft meldete vor kurzem, dass es weltweit rund 785 Millionen Websites gibt. Insgesamt gibt es schätzungsweise über 400 Millionen Blogs. Dies im Hinterkopf, ist vielleicht ein anderes Ranking mit seinen Zahlen beeindruckend und amüsant: das Alexa-Ranking: Hier ist im weltweiten Ranking aller Blogs „Wissenschaft kommuniziert“ auf Rang 1.745.872. Und hat sich in den letzten drei Monaten um 5,4 Millionen, genauer 5.421.143 Plätze verbessert. Wooow!!! Was Computer alles zählen können.