Auszeichnung für die Forschungssprecher des Jahres 2014 – Profis der Wissenschaftskommunikation

Posted on 27. November 2014

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Die drei Forshungssprecher 2014 bei der Auszeichnung: v.l. Rolf Hömke, Monika Landgraf, Cristian Walther, dahinter der Verleiher Reiner Korbmann. (Foto: Alexander Gerber)

Die drei „Forshungssprecher des Jahres 2014“ bei der Auszeichnung:(v.l.) Rolf Hömke, Monika Landgraf, Cristian Walther, dahinter der Verleiher Reiner Korbmann. (Foto: Alexander Gerber)

Reiner_Blog_miniDrei Forschungssprecher haben gesiegt, sie wurden gewählt und jetzt bei der „Wissenswerte 2014“ in Magdeburg ausgezeichnet: Die Forschungssprecher des Jahres 2014. Monika Landgraf, Leiterin Presse des Karlsruhe Institut für Technologie, Christian Walther, bisher Leiter Kommunikation der Leibniz-Gemeinschaft und Dr. Rolf Hömke, Sprecher Wissenschaftspresse des Verbands der forschenden Arzneimittehersteller (vfa). Im Kreis derjenigen, die sie gewählt hatten, wurden sie ausgezeichnet: In Magdeburg, bei dem großen Kongress der Wissenschaftsjournalisten „Wissenswerte“. Sie erhielten Urkunden für die Auszeichnung.

Die Wahl der Forschungssprecher des Jahres wird getragen von der Zeitschrift „Medizin&Wissenschaftsjournalist“ des Medienfachverlags Oberauer und vom Blog „Wissenschaft kommuniziert“, also diesem Blog. Als ich Chefredakteur der Zeitschrift war, hatte ich die Wahl vor sechs Jahren ins Leben gerufen (und durfte in diesem Jahr die Forschungssprecher des Jahres auch ehren), um die Kommunikatoren der Wissenschaft aus ihrem Nischendasein in den Instituten und Organisationen herauszuholen. Die Bezeichnung Forschungssprecher sollte eine Analogie sein zu den Unternehmenssprechern in der Wirtschaft: Sie sind nicht die Chefs, aber sie sind diejenigen, die – zusammen mit ihren Chefs – das Bild der Institutionen prägen, in unserem Fall eben für die Forschung. In der Wissenschaft dagegen wurden sie oft übersehen: Sie forschen nicht, sie bringen kein Geld und sie übernehmen nicht lästigen Verwaltungskram, sondern kommen mit Forderungen nach Informationen und Zeitaufwand für Interviews, Fotoshootings usw.

Die Urkunden der "Forschungssprecher des Jahres 2014".

Die Urkunden der „Forschungssprecher des Jahres 2014“.

Das beginnt sich inzwischen zu ändern: Wissenschaftskommunikation ist in der deutschen Forschungslandschaft kein Fremdwort mehr. Grund dafür: Einige Kollegen packen die Kommunikation professionell an, zeigen den Forschern, den Verwaltern und ihren Kollegen, was gute Kommunikation erreichen kann: Reputation, Aufmerksamkeit in der Wissenschaft und in der Gesellschaft, Lösung von Problemen, wenn einmal etwas schief geht,  Interesse bei jungen Leuten, ja auch leichtere Argumentation, wenn es in Verhandlungen um Gelder oder andere Ressourcen geht. Noch sind die Forschungssprecher nicht dort, wo sie hingehören: Nämlich auf Augenhöhe an der Seite der Wissenschaftler, als Sparringspartner und Berater, wenn es um das komplexe Feld Kommunikation geht. Aber sie sind aufgebrochen, aus ihrem Nischendasein heraus zu kommen.

Rund 700 Wissenschafts- und Medizinjournalisten in Deutschland, Österreich und der Schweiz waren aufgerufen, die nach ihrer Sicht besten Forschungssprecher zu wählen. Ausschlaggebend waren dabei die Kriterien Professionalität, journalistische Fähigkeiten, Verständnis für die journalistischen Notwendigkeiten, Niveau der vermittelten Informationen. Gewählt wurde in den drei Kategorien Forschungsinstitute und Hochschulen, Forschungsorganisationen und Stiftungen, Industrie und andere Unternehmen.

Die Sieger sind in der Szene schon seit langem gut bekannt: Monika Landgraf als Pressesprecherin der KIT, der es gelang, das neue Kunstgebilde KIT – die Fusion aus Technischer Universität und Helmholtz-Forschungszentrum Karlsruhe – in der Landschaft der Universitäten zu positionieren und durch klare Information Aufmerksamkeit und Reputation zu verschaffen. Christian Walther, bislang Leiter Kommunikation der Leibniz-Gemeinschaft, der die Aufgabe hatte, nach dem Weggang seines Vorgängers Josef Zens (Forschungssprecher des Jahres 2010) die heterogene Leibniz-Gemeinschaft im Wettbewerb der „Heiligen Allianz“ der Forschungsorganisationen als kleinste deutlich zu positionieren. Und Dr. Rolf Hömke, dem es gelingt, durch nüchterne und eindeutige Information im Haifischbecken des Arzneimittelmarktes die Journalisten vom Wert der Unternehmensforschung zu überzeugen. In Magdeburg konnte ich ihnen die Urkunden für ihre ausgezeichnete Arbeit überreichen. Das verschafft ihnen hoffentlich die Aufmerksamkeit, damit die Qualität guter Wissenschaftskommunikation auch außerhalb der Insider, etwa bei den Journalisten und bei ihren Chefs wahrgenommen wird.

Online-Forschungssprecher

Die Sieger der Online-Wahl: (v.l.) Rudolf-Werner Dreier, Dr. Kathrin Rübberdt und Christian Böhme.

Daneben fand eine Online-Wahl statt, die jedoch getrennt ausgewertet wurde. Hier erhielten die besten Beurteilungen von den Kollegen: Rudolf-Werner Dreier, Leiter der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit der Universität Freiburg (er war 2012 Forschungssprecher des Jahres) in der Kategorie Hochschulen und Forschungsinstitute, Dr. Kathrin Rübberdt, Leiterin der Pressestelle bei der DECHEMA/ACHEMA in Frankfurt in der Kategorie Forschungsorganisationen und Stiftungen sowie  Christian Böhme in der Kategorie Industrie und andere Unternehmen, Corporate Media Relations Innovation und Forschung der BASF (bereits 2012 offizieller Forschungssprecher des Jahres). Allen Ausgezeichneten: Herzlichen Glückwunsch.