Was Google längst weiß – Die Bilanz von“Wissenschaft kommuniziert“ für 2015

Posted on 19. Januar 2016

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Blogautor Wissenschaft kommuniziert

Stichworte der Wissenschaftskommunikation - Word-Cloud aus den titeln des Jahres 2015 von "Wissenschaft kommuniziert".

Stichworte der Wissenschaftskommunikation – Word-Cloud aus den titeln des Jahres 2015 von „Wissenschaft kommuniziert“.

Es ist seltsam – in einer Szene, in der so viel Wert auf Offenheit und Transparenz gelegt wird, gibt es ein Thema, um das fast überall ein großes Geheimnis gesponnen wird: Zahlen. Ich spreche vom Internet, dem Medium der Transparenz, wo eigentlich nichts geheim bleibt – zumindest Google weiß inzwischen alles über uns. Und natürlich auch die Zahlen. Wieviele Zugriffe hat eine Website, wie viele Leser haben sich für welche Beiträge interessiert? Das sind Zahlen, die nicht nur Google interessieren oder die Werbung.

Das gilt vor allem auch für Blogs. Die Zahlen geben Auskunft über die Reichweite der Informationen und Meinungen, wie wichtig in der Szene oder in der Öffentlichkeit die Ansichten dieser Website genommen werden, ob der Blogger ein einsames Leben führt oder ob er geschätzt und beachtet wird. Um einmal mit Printmedien zu vergleichen: Kaum jemand würde Exklusivmeldungen des „Spiegel“ oder der „Bildzeitung“ beachten, wüsste man nicht um die hohe Auflage dieser Medien – und umgekehrt: Kaum jemand würde diesen oft zitierten Medien exklusive Informationen zustecken, hätten sie nicht so einen großen Einfluss dank ihrer Reichweite.

Zahlen sind nicht das Wichtigste, aber auch nicht unwichtig

Das soll für Blogs nicht gelten? Viele Blogger weigern sich, Zahlen zu veröffentlichen mit dem Argument: „Nicht die Zahlen sind mir wichtig, sondern die Reaktionen der Leser auf meinen Blog, die Kommentare und die Nähe zum Leser.“ Richtig, das ist das Wichtigste: den angestrebten Leser zu erreichen. Doch unwichtig sind deswegen Zahlen nicht, denn sie helfen, wie geschildert, bei der Orientierung.

Aus diesem Grund veröffentlicht “Wissenschaft kommuniziert“ seit vier Jahren zu Jahresbeginn die Bilanz des vergangenen Jahres. Der Anspruch nach Offenheit verlangt Transparenz.

2015: Ein mittelprächtiges Jahr der Wissenschaftskommunikation

2015 war aus Sicht der Wissenschaftskommunikation eher ein mittelprächtiges Jahr: Viele Diskussionen als Fortsetzung der Anregungen aus dem Vorjahr, viel Arbeit im Hintergrund, einige interessante Konferenzen – teils spannend, teils durchschnittlich – eine langweilige Anhörung im Forschungsausschuss des Bundestags, und ein sehr entwicklungsfähiger Entwurf für Leitlinien guter Wissenschaftskommunikation. Ähnlich „mittelprächtig“ verlief das Jahr in Zahlen für „Wissenschaft kommuniziert“: Insgesamt 47.914 Zugriffe auf den Blog (53.080 im Jahr 2014), das sind rund zehn Prozent weniger. Der Rückgang dürfte wohl vor allem an der Blogpause von praktisch fünf Monate liegen (aus persönlichen Gründen). Interessant: Jeder der 18.695 Besucher las im Durchschnitt 2,6 Seiten des Blogs, ein wenig mehr als im Jahr vorher. Das spricht für wachsendes Interesse an den Inhalten des Blogs.

Die elf meistgelesenen Beiträge auf „Wissenschaft kommuniziert“

Lernen über Wissenschaft und Wissenschafts-Skeptiker - Wahl zum Wissenschafts-Blog des Jahres.

Wahl zum Wissenschafts-Blog des Jahres.

Der Blogpost, der am häufigsten angesehen wurde, war gleich im Januar das Wahlergebnis der Wahl des „Wissenschaftsblogs des Jahres 2014“: 2.430 Zugriffe.

 

 

 

 

Auch das "Blogteufelchen" stand zur Wahl.

Auch das „Blogteufelchen“ stand zur Wahl.

Danach folgten: Der Wahlaufruf zur Wahl der „Wissenschaftsblogs des Jahres 2015“, erschienen im Dezember (1.667);

 

 

 

 

Die Wahl des Wissenschaftsblog des Jahres 2014.

Die Wahl des Wissenschaftsblog des Jahres 2014.

der Wahlaufruf für die „Wissenschaftsblogs des Jahres 2014“ (interessanterweise:, erschienen im Dezember des Vorjahres) (1.332);

 

 

 

 

Prof. Stephan Russ-Mohl

Prof. Stephan Russ-Mohl

der Gastbeitrag von Prof. Russ-Mohl „Wissenschaftsjournalismus auf dem Rückzug?“ (1.284);

 

 

 

 

Parlamentarischer Staatssekretär Stefan Müller.

Parlamentarischer Staatssekretär Stefan Müller.

der Gastbeitrag des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesforschungsministeriums Stefan Müller „Vier Thesen – Impulse für die Wissenschaftskommunikation“ (1.119);

 

 

 

 

Konferenzgrafik der "Wissenswerte"

Konferenzgrafik der „Wissenswerte“

der kritische Rückblick auf die „Wissenswerte“ in Bremen „Götterdämmerung des Wissenschaftsjournalismus?“ (854);

 

 

 

 

Die Forschungssprecherinnen des Jahres 2015.

Die Forschungssprecherinnen des Jahres 2015.

der Bericht zur Wahl der Forschungssprecher des Jahres 2015 „Frauenpower für die Wissenschaftskommunikation“ (698);

 

 

 

 

Unterschiedliche Werte: Gesellschaft und Wissenschaft.

Unterschiedliche Werte: Gesellschaft und Wissenschaft.

das Plädoyer für die Beachtung wissenschaftskritischer Blogs „Teufelchen und Wissenschaft – Ich habe gelernt“ (684);

 

 

 

 

Wo lernt man Wissenschaftskommunikation?

Wo lernt man Wissenschaftskommunikation?

der drei Jahre alte Bericht zur Wissenschaftskommunikations-Ausbildung „Wo lernt man Wissenschaftskommunikation?“ (610);

 

 

 

 

Prof. Christoph Neuberger.

Prof. Christoph Neuberger.

der Gastbeitrag von Prof. Neuberger „Wie das Internet die Wissenschaftskommunikation verändert“ (566)

 

 

 

 

Das IDW-Logo.

Das IDW-Logo.

und der kritische Glückwunsch zum 20-jährigen Bestehen des Informationsdienstes Wissenschaft (IDW) „Ist der IDW noch zeitgemäß?“ (537).

 

 

 

Insgesamt 32 Blogposts habe ich im Jahr 2015 veröffentlicht, davon hatten vier nichts mit Wissenschaftskommunikation zu tun (Iranreise, In eigener Sache etc). Im Vorjahr waren es mit 49 Beiträgen fast doppelt so viele. Die meisten Besucher dieses Blogs kamen verständlicherweise aus den deutschsprachigen Ländern, schließlich ist Wissenschaftskommunikation kulturspezifisch (siehe dazu „How do you do? – Kann Wissenschaftskommunikation international sein?“ (120 Zugriffe). Doch Wissenschaftskommunikation in Deutschland findet auch im Ausland Interesse, etwa in den USA (695) und in 81 weiteren Ländern insgesamt, darunter selbst Belize, Namibia, Costa Rica oder der Irak, der derzeit wahrlich andere Sorgen hat. Rund sieben Prozent der Zugriffe auf „Wissenschaft kommuniziert“ kommen aus nicht-deutschsprechenden Ländern. Dank Google-Translate gibt es keine größeren Verständigungsprobleme.

Wie die Besucher zu “Wissenschaft kommuniziert“ kommen? Nun die meisten (10.153) – wie überall im Web – über Suchmaschinen mit den unterschiedlichsten Suchbegriffen, von „Wissenschaftskommunikation“ bis „Coca Cola“, dann aber gezielt auch über die Sozialen Netzwerke, ganz vorn Twitter (1.317) und Facebook (1.235), ebenso viele über direkte Links von anderen Blogs, allein 829 von der Plattform „Scienceblogs“ und 373 von der Plattform „Scilogs“. Bemerkenswert: Facebook spielte 2014 noch eine weit geringere Rolle, 2015 hat es sich mehr und mehr zu einer professionellen Plattform entwickelt: Immer mehr Kollegen kommen über Links von Facebook zu „Wissenschaft kommuniziert“, das sich ja nun wirklich um ein eher berufliches Thema dreht.

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