Von den Routiniers lernen – Treffpunkt Wissenschaftskommunikation #WisskomMUC am 5. Juni

Posted on 30. Mai 2018

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Unternehmen haben in der Wissenschaft einen schlechten Ruf. Kann Kommunikation nicht dennoch von ihnen lernen? (Foto: commons.wikimedia.org)

Blogautor Wissenschaft kommuniziertUnternehmen haben in der Wissenschaft einen schlechten Ruf: Sie seien ausschließlich profitorientiert, stellen sich nicht ihrer Verantwortung, seien nicht offen genug für neue Erkenntnisse und nur an Einem interessiert: dem Geld ihrer Kunden. Und entsprechend geht es der Unternehmenskommunikation: Auch hier geht es, so heißt es immer wieder, nur um Eines: ums Verkaufen.Das ist falsch. Selbst wenn die Vorurteile und Vorverurteilungen gegenüber Unternehmen und ihrer Kommunikation alle wahr wären, eine Frage sollte uns Kommunikatoren ganz schnell zum Nachdenken geben: Warum sind dann Industrie und Wirtschaft seit Jahrzehnten bei der Kommunikation mit der Gesellschaft so erfolgreich?

Das sind sie. In den Medien, in der Politik, in den gesellschaftlichen Auseinandersetzungen dreht sich fast alles um wirtschaftliche Themen: Handelskriege, Strafzölle, Arbeitsplätze… und so weiter. Auch soziale Themen sind meist wirtschaftliche Themen, nur eben aus anderer Perspektive. Und die Unternehmen schauen dabei keineswegs schlecht aus: Überall ist ihre Meinung gefragt, sie nehmen Stellung, ihre Vertreter reisen mit den Mächtigen zu Staatsbesuchen, ihre Verbände sind wichtige Diskutanten in der Debatte.

All das hat vor allem mit Kommunikation zu tun: Kommunikation der Unternehmen mit der Gesellschaft. Allein mit Verkaufen ist das nicht zu erreichen, sondern nur, wenn auch Glaubwürdigkeit, Akzeptanz und Reputation dazu kommen. Kurzum, es geht um Wahrgenommen werden und um Einfluss in der Gesellschaft. Und siehe da: Das sind dann wieder Ziele, die gar nicht mehr weit von den Zielen der Wissenschaftskommunikation entfernt sind.

Die Wirtschaft ist bei ihrer Kommunikation so erfolgreich, weil sie sehr früh erkannt hat, wie wichtig die Kommunikation mit der Gesellschaft für die eigene Zukunft ist. Und weil sie rasch Strukturen geändert und neue geschaffen hat, um sich entsprechend aufzustellen, angefangen von der Stellung des Unternehmenssprechers in der Hierarchie bis hin zu Personal, Ausbildung und theoretischer Untermauerung ihrer Arbeit, ganz zu schweigen von den Kommunikationsformaten und den Finanzen.

Die Wissenschaft andererseits erkennt langsam – angesichts von Fake-News und wachsender Widerstände gegen Experten – wie wichtig für sie eine gute Kommunikation mit der Gesellschaft ist, nicht im Sinne von (im wirtschaftlichen Sinne) „verkaufen“, also stolz die eigenen Ergebnisse zu präsentieren, sondern mit dem Ziel, in der gesellschaftlichen Debatte wahrgenommen zu werden und Einfluss bei Entscheidungen zu haben.

Dr. Stefanie Seltmann, Unternehmenssprecherin Pfizer Deutschland, fragt: Was kann Wissenschaftskommunikation von Unternehmenskommunikation lernen? #WisskomMUC

Doch noch längst sind die Strukturen für die Kommunikation nicht mit den Verhältnissen in Unternehmen vergleichbar. Zwar wurde fast überall das Personal aufgestockt, doch beispielsweise Ausbildung und theoretische Untermauerung der Arbeit sind bei weitem nicht auf einem vergleichbaren Stand, ganz zu schweigen von der Stellung der Forschungssprecher in den Hierarchien. Nur als Beispiel: In vielen großen Unternehmen gilt der Unternehmenssprecher als einer der engsten Mitarbeiter des Chefs. In Forschungsinstituten wäre das bis heute geradezu undenkbar.

Könnte da denn nicht die Wissenschaftskommunikation von den Routiniers der Unternehmenskommunikation lernen? Und wenn „ja“, was? – Und wenn „ja“, was bitte auf keinen Fall? Das ist das Thema des kommenden „Treffpunkt Wissenschaftskommunikation München“ #WisskomMUC am 5. Juni um 18.00 Uhr in der Generalverwaltung der Max-Planck-Gesellschaft. Darüber spricht und diskutiert eine Frau, die in beiden Welten reiche Erfahrungen gesammelt hat:
Dr. Stefanie Seltmann, heute Unternehmenssprecherin von Pfizer Deutschland. Seltmann war vor dem Wechsel in die Pharmaindustrie viele Jahre lang Kommunikationschefin des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg, das nicht nur als wissenschaftliche Institution, sondern auch als Beratungsstelle mit Ärzten und Patienten direkt regen und erfolgreichen Austausch pflegt. Nicht umsonst wurde sie schon 2010 zur „Forschungssprecherin des Jahres“ gewählt.

„Treffpunkt Wissenschaftskommunikation München“ #WisskomMUC also, am 5. Juni 2018 um 18.00 Uhr in München. Gastgeber ist die Max-Planck-Gesellschaft, moderiert wird der Abend von der MPG-Kommunikationschefin Dr. Christina Beck..

Moderiert den Treffpunkt Wissenschaftskommunikation: Dr. Christina Beck, Max-Plank-Gesellschaft München.

Ziel des „Treffpunkts Wissenschaftskommunikation“ ist: After work, Neues erfahren, Fortbildung, Austausch, Kennenlernen, Dabeisein, Networking – miteinander/voneinander profitieren. Inzwischen gibt es auch eine lebendige Facebook-Gruppe zum „Treffpunkt Wissenschaftskommunikation München“. Wenn Sie mal reinschauen wollen: https://www.facebook.com/groups/wisskomMUC/.

Der „Treffpunkt Wissenschaftskommunikation München“ #WisskomMUC soll vor allem die Forschungssprecher im Raum der bayerischen Landeshauptstadt zusammenbringen, aber auch Wissenschaftler, die an Wissenschaftskommunikation interessiert sind.

Der „Treffpunkt“ wurde vom Blog „Wissenschaft kommkuniziert“ initiiert. Auch die Leser dieses Blogs sind daher herzlich eingeladen: Wenn Sie im Raum München dazugehören, wenn Sie gerade in München sind oder sich sogar auf den Weg nach München machen wollen: Herzlich willkommen. Es ist eine gute Gelegenheit, eine faszinierende Expertin zu erleben, Neues zu erfahren und Kollegen zu treffen: Beim „Treffpunkt Wissenschaftskommunikation München“ #WisskomMUC am 5. Juni 2018 um 18.00 Uhr in der Generalverwaltung der Max-Planck-Gesellschaft (Hofgartenstraße 8, U-Bahnen: U3, U4, U5, U6 Odeonsplatz + 5 Minuten Fußweg). Bitte melden Sie sich hier direkt an.

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