Der Forschungssprecher des Jahres 2018 – Kategorie Industrie und andere Unternehmen

Posted on 5. November 2018

0


Der Forschungssprecher des Jahres 2018

Kategorie Industrie und andere Unternehmen

Dr. Peter Strunk

Bereichsleiter Kommunikation der WISTA-Management GMBH

So sieht er seine Arbeit in der Wissenschaftskommunikation:

Die Köder liegen überall aus: interessante Geschichten, hervorragend recherchiert, von teuren „Edelfedern“ verfasst und mit passender Bildstrecke garniert. Wer es abdruckt, zahlt keinen Cent. Der Name des Auftraggebers?  Nicht der Erwähnung wert. Welche Zeitung kann dieser Verlockung noch widerstehen?

Die neuen Zauberworte heißen „Content Marketing“, „Nutzwertjournalismus“ oder „Native Advertising“. So mancher „Head of Content“ frohlockt, dass man klassisches Fernsehen, Radio, Tageszeitungen oder Zeitschriften in Zukunft nicht mehr braucht. Aber auch keine klassische PR mehr, denn deren undankbare Aufgabe ist es, die gewünschten Wirklichkeiten „des eigenen Hauses“ an der tatsächlichen Realität zu messen. An dieser rauen Klippe ist schon so manche frohe Botschaft zerschellt.

Wir müssen zwischen Journalismus und PR klare Trennlinien ziehen. Meinungs- und Pressefreiheit sind kein Wirtschaftsgut, kein Gewinnziel. Hier kann, hier muss die Wissenschaftskommunikation Vorreiter sein! Eine von PR und Marketing zersetzte Presse erfüllt keine gesellschaftliche Funktion mehr. Wer will und kann dann noch zwischen Fakten, „alternativen Fakten“ und Fakenews, kurzum: zwischen Wahrheit und Lüge unterscheiden? In einer Gesellschaft, in der sich bürgerliche Freiheit darin erschöpft, zwischen 25 Sorten Fruchtjoghurt wählen oder die Augenfarbe seines Retortenbabys aussuchen zu dürfen, will ich nicht leben.

Wie er wurde, was er ist:

Peter Strunk hat nie als Journalist gearbeitet, aber viel Erfahrung mit Journalisten einerseits und den Begehrlichkeiten des Marketings andererseits gesammelt. Zunächst schien es, als werde er in der Wissenschaft Fuß fassen. Doch nach Geschichtsstudium und Promotion hieß es für ihn: Raus aus der Wissenschaft, rein in die PR. Bereits auf seinem ersten Posten – bei der AEG in Frankfurt – bekam er Praxis in wichtigen Spielarten der Öffentlichkeitsarbeit: Technikkommunikation, interne Kommunikation und Krisenkommunikation bis zur Abwicklung des Unternehmens. Nach zweijährigem Zwischenspiel bei einer Industrie- und Handelskammer kam er 1999 als Bereichsleiter Kommunikation zur WISTA-Management, die nicht mehr nur den Wissenschafts- und Technologiepark Berlin-Adlershof erfolgreich betreibt, sondern sich an vier weiteren Standorten Berlins in Sachen Hochtechnologie engagiert. An den äußerst sensiblen Schnittstellen von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik Berlins hält er seit bald 20 Jahren die kommunikative Balance.