„Die Forschungssprecher des Jahres 2018“ – Diesmal sind die Männer dran ;-)

Posted on 5. November 2018

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Gewählt von Wissenschaftsjournalisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz: Die besten Experten der Wissenschaftskommunikation.

Zehn Jahre „Forschungssprecher des Jahres“! Zum 11. Mal wurden wieder die „Forschungssprecher des Jahres“ gewählt. Doch bevor wir auf die Besonderheiten eingehen, hier das Wichtigste: Die Sieger der Wahl:

Drei Männer vom Fach. Man kann natürlich die Welt durch die Brille der Geschlechtergerechtigkeit betrachten, doch das zeigt nicht, wie viele Frauen dicht hinter den Führungsfiguren dieses Jahres lagen. Vor drei Jahren hatten wir auch in allen Kategorien Forschungssprecherinnen als Gewinnerinnen. Das Pendel fällt einmal da hin und dorthin, je nachdem, wer im einzelnen Jahr die besten Bewertungen auf sich vereinen konnte.

In kaum einem Berufsfeld gibt es so viele Frauen in verantwortlichen Stellungen, wie in der Wissenschaftskommunikation. Sicher ist das nicht zufällig, wird doch oft Frauen ein besonders gutes Talent zugesprochen, zu kommunizieren. Deshalb stehen die Chancen gut, dass in den kommenden Jahren sich auch wieder Kolleginnen mit dem Ehrentitel „Forschungssprecherin des Jahres“ schmücken können.

Übrigens, ein reines Männer-Monopol sind die Wahlen dieses Jahres auch nicht geblieben. Bei der offenen Publikumswahl zu den beliebtesten Kollegen, dem online-Publikumspreis der „Forschungssprecher des Jahres 2018“ haben zwei Frauen gesiegt. Immerhin, in der Kategorie Industrie und andere Unternehmen lag dann doch auch wieder ein Mann vorn. Doch davon unten mehr.

So lief der Wahl der „Forschungssprecher des Jahres 2018“

Auf jeden Fall haben sich die Wissenschaftsjournalisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz auch in diesem Jahr wieder für drei professionelle Schwergewichte aus der Szene der Wissenschaftskommunikation entschieden. Zwei von ihnen, Andreas Archut und Peter Strunk, sind seit fast 20 Jahren in der Wissenschaftskommunikation aktiv. Der dritte, Christoph Uhlhaas, ist zwar relativ jung auf dem verantwortlichen Posten bei acatech, aber er hat schon vorher viele Jahre in der zweiten Reihe auffällig gute Arbeit geleistet. Auf jeden Fall: Eine gute Wahl der Kollegen aus dem Journalismus.

Doch wie wurden die drei zu den „Forschungssprechern des Jahres 2018“? Rund 700 Medizin- und Wissenschaftsjournalisten in Deutschland, Österreich und der Schweiz waren vom Blog „Wissenschaft kommuniziert“ in Zusammenarbeit mit dem Salzburger Medienfachverlag Oberauer (u.a. Medium-Magazin, kress-report, PR-Report, Österreichischer Journalist) aufgerufen, die auf Forschung spezialisierten Sprecher in Hochschulen, Forschungsinstituten, Organisationen und Wirtschaft zu beurteilen und die aus ihrer Sicht besten „Forschungssprecher des Jahres 2018“ zu wählen.

Zur Wahl stand, wie in jedem Jahr, eine Vorschlagsliste mit rund 60 Namen – Vorschläge der Redaktion und Anregungen von Kollegen aus den letzten Jahren – alles Kolleginnen und Kollegen, die das komplexe Feld Kommunikation für die Wissenschaft beherrschen, die als Sparingspartner, Kommunikationsmanager und Berater den Wissenschaftlern zur Seite stehen, wenn es gilt, mit anderen Bereichen unserer Gesellschaft zu kommunizieren, Werte zu vermitteln, Wissen zu liefern, das eigene Tun transparent zu machen, andererseits aber auch Entwicklungen in Wissenschaft und Gesellschaft frühzeitig zu erkennen und in das eigene Kommunikationsverhalten mit einzubeziehen.

Die journalistischen Kollegen in Deutschland, Österreich und der Schweiz wählten drei Kollegen, die sich nach ihrer Ansicht auszeichnen durch professionellen Umgang mit den Notwendigkeiten der Kommunikation und den Besonderheiten des Wissenschaftssystems, durch journalistisches Denken in Aktualität, Sprache, Geschichten, Hintergrundinformationen. Sie waren den Journalisten gute Partner durch Verständnis für die journalistischen Notwendigkeiten, und sie machten der Forschung alle Ehre durch das Niveau der Informationen, das sie vermittelten.

Es steht auch die Verleihung der Urkunden an die „Forschungssprecher des Jahres“ bereits fest: Am Mittwoch, 28. November 2018 um 18.00 Uhr in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in München . Dort findet an diesem Abend der „Treffpunkt Wissenschaftskommunikation München“ #WisskomMUC statt, praktisch ein Get-Together der Kommunikatoren, Wissenschaftsjournalisten und interessierten Wissenschaftler im Raum München mit hochkarätigen Rednern und Diskussionen rund um die Wissenschaftskommunikation. Am 28. November, wenn auch die „Forschungssprecher des Jahres 2018“ geehrt werden, spricht dort der „Forschungssprecher des Jahres 2017“, Markus Weißkopf von Wissenschaft im Dialog (WiD) zum Thema „Was Bürger von der Wissenschaft halten“.

Die Sieger auch der diesjährigen Wahl sind hervorragende Vertreter professioneller Wissenschaftskommunikation:

Dr. Andreas Archut, Dezernent für Hochschulkommunikation der Universität Bonn.


Zum „Forschungssprecher des Jahres 2018“ in der Kategorie „Hochschulen und Forschungsinstitute“ wurde Dr. Andreas Archut gewählt, Dezernent für Hochschulkommunikation der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Der promovierte Chemiker ist gleich nach dem Studium von der Forscherkarriere „abgebogen“ in die Wissenschaftskommunikation, zunächst als Redakteur bei der DFG, seit dem Jahr 2000 am „faszinierenden Ort“ Universität Bonn. Auch privat setzt er auf Qualität, als Weinkenner und im Ehrenamt.

Christoph Uhlhaas, Bereichsleiter Kommunikation bei der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften in München.

Zum „Forschungssprecher des Jahres 2018“ in der Kategorie „Forschungsorganisationen und Stiftungen“ wurde Christoph Uhlhaas gewählt, Bereichsleiter Kommunikation bei der acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften in München. Nach mehreren Jahren als freier Wissenschaftsjournalist kam er vor zehn Jahren zur acatech, wo er zunächst die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit leitete und seit 2017 für die gesamte Kommunikation der Akademie verantwortlich ist. Seine Hobbies drehen sich um Musik und Elektronik, sein Lieblingsprojekt ist die Jazzband „Versuchsanordnung“.

Dr. Peter Strunk, Bereichsleiter Kommunikation der WISTA-Management GmbH in Berlin.

Zum „Forschungssprecher des Jahres 2018“ in der Kategorie „Industrie und andere Unternehmen“ wurde Dr. Peter Strunk gewählt, Bereichsleiter Kommunikation der WISTA-Management GmbH, die in Berlin mehrere Gründer- und Startupzentren betreibt. Peter Strunk ist ein alter Hase der Wissenschaftskommunikation, 2011 wurde er in dieser Kategorie schon einmal zum „Forschungssprecher des Jahres“ gewählt. Nach Studium und Promotion führte ihn der Weg gleich in die PR, zunächst für Industrieunternehmen, seit 1999 bei WISTA-Management. Wichtig ist ihm: PR und Journalismus nicht zu vermischen.

Auch dieses Jahr wieder: Die online-Publikumswahl

Gleichzeitig mit der Wahl durch 700 persönlich angeschriebene Kollegen in Deutschland, Österreich und der Schweiz gab es auch in diesem Jahr wieder eine offene Wahl im Internet: Die online-Publikumswahl der beliebtesten Forschungssprecher. Forschungssprecher haben ein weites Umfeld – Kollegen, Wissenschaftler, Journalisten, Dienstleister, Nachbarn – alle haben mit den Sprechern eines Instituts oder einer Einrichtung zu tun. Jeder konnte sich daran beteiligen. Die Ergebnisse weichen von der offiziellen, persönlichen Befragung der Wissenschaftsjournalisten ab, auch weil der Kreis der Angesprochenen ein anderer ist.

Das anonyme Internet verführt immer wieder zu Abstimmungskampagnen, in diesem Jahr waren es nicht so viele wie in den letzten Jahren, dadurch sank auch die Gesamtzahl der Stimmen, die abgegeben wurde. Aber einige versuchen es dennoch. Da helfen alle technischen Hürden nichts, die gegen Doppel- und Dreifachabstimmen eingezogen sind. Doch das lässt sich relativ leicht filtern, nicht absolut sicher, aber zuverlässig genug um ein realistische Ergebnis zu bekommen.

Die Sieger der Online-Publikumswahl zu den Forschungssprechern des Jahres 2018:

Dr. Christine Bohnet, Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf.

In der Kategorie „Hochschulen und Forschungsinstitute“: Dr. Christine Bohnet, Leiterin Kommunikation und Medien beim Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf. Sie spricht für das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf, das mit 1.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf den Gebieten Gesundheit, Materie und Energie forscht.

Dr. Christina Beck, Max-Planck-Gesellschaft, München.

In der Kategorie „Forschungsorganisationen und Stiftungen“: Dr. Christina Beck, Leiterin Kommunikation der Max-Planck-Gesellschaft in München. Sie war bereits 2016 „Forschungssprecherin des Jahres“, nun also der online-Publikumspreis.

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Benjamin Tietz, Innovations-Kommunikation BMW AG

In der Kategorie “Industrie und andere Unternehmen”: Benjamin Titz , Leiter der Innovationskommunikation der BMW Group in München. Gerade in den letzten Tagen hat sich sein Verantwortungsbereich erweitert um die Motorsportkommunikation.

So wurden sie gewählt:

Wer sind die besten Forschungs-Pressesprecher? So lautete die Frage, die der Blog „Wissenschaft kommuniziert“ in Zusammenarbeit mit dem Oberauer Medienfachverlag rund 700 Kollegen in Deutschland, Österreich und der Schweiz per Mail gestellt hat. Dabei sollten folgende vier Kriterien ausschlaggebend sein:

  • Professionalität
  • Journalistische Fähigkeiten
  • Verständnis für die journalistischen Notwendigkeiten
  • Niveau der vermittelten Informationen

Es sollten auch nicht Äpfel mit Birnen verglichen werden. Daher wurde die Welt der Wissenschaftskommunikation in drei Kategorien eingeteilt:

  • Forschungsinstitute und Hochschulen
  • Forschungsorganisationen und Stiftungen
  • Industrie und andere Unternehmen

Rund 60 Forschungs-Pressesprecher und -sprecherinnen in diesen Kategorien wurden als mögliche Kandidaten genannt. Jeder dem jeweiligen Kollegen bekannte Pressesprecher sollte nach dem deutschen Schulnotensystem bewertet werden. Den Ausschlag gab die Durchschnittsnote – also unabhängig von der Häufigkeit der Nennung, allerdings mit Mindestquorum, damit nicht Einzelstimmen zu Ausreißern führen.

Die Sieger des Vorjahres standen in diesem Jahr nicht wieder zur Wahl. Bei der online-Publikumswahl gibt es diese einjährige Sperre allerdings nicht.