Die „Forschungssprecherinnen des Jahres 2021“ – #Corona im zweiten Jahr #Forschungssprecher

Posted on 29. November 2021

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Erstmals zeichnen Kommunikations-Spitzenverbände Forschungssprecher aus

Es hat sich kaum etwas verändert: Die Corona-Pandemie beherrscht alles – das öffentliche Leben, die private Lebensgestaltung, die persönlichen Sorgen und natürlich nach wie vor – die Wissenschaftskommunikation.

Das hat sich auch wieder bei der Wahl der „Forschungssprecher des Jahres“ gezeigt – in diesem Jahr unter neuer Trägerschaft und mit geändertem Modus. Drei Frauen wurden in den drei Kategorien zu den Forschungssprecherinnen des Jahres gewählt, zwei von Ihnen haben direkt, die dritte zumindest teilweise mit dem SARS-CoV-2-Virus zu tun, das die Schlagzeilen aller Medien prägt.

Und nicht nur die Wahl, auch die Auszeichnung der drei Forschungssprecherinnen wurde durch das Corona-Virus bestimmt: Anstatt persönlich bei der „Wissenswerte“ in Freiburg die Urkunde entgegennehmen zu können, wurde der Kongress der Wissenschaftsjournalisten in Deutschland kurzfristig abgesagt und die Verleihung online in einer Videokonferenz vorgenommen.

Doch zunächst einmal das Wichtigste, die Ergebnisse:

„Forschungssprecherin des Jahres 2021“ in der Kategorie „Forschungsinstitute, und Hochschulen“ wurde Manuela Zingl, Leiterin des Geschäftsbereichs Unternehmenskommunikation und Unternehmenssprecherin der Charité in Berlin.

Sie ist zugleich auch Gewinnerin des Publikumspreises zu den „Forschungssprechern des Jahres“, der in freier Wahl im Internet entschieden wurde.

Forschungssprecherin des Jahres in der Kategorie „Forschungsorganisationen –administration und Stiftungen“ wurde Dr. Christina Beck, Leiterin Kommunikation und Pressesprecherin der Max-Planck-Gesellschaft in München. Sie wurde – nach 2016 – bereits zum zweiten Mal zur „Forschungssprecherin des Jahres“ gewählt.

Sie ist ebenfalls zugleich Gewinnerin des Publikumspreises zu den „Forschungssprechern des Jahres“, wie bereits 2018, der in freier Wahl im Internet entschieden wurde.

Forschungssprecherin des Jahres in der Kategorie „Industrie und andere Unternehmen“ wurde Jasmina Alatovic, Senior Director Corporate Communications der BioNTech SE, des deutschen Impfstoff-Herstellers gegen Covid-19.

Den Publikumspreis zu den „Forschungssprechern des Jahres 2021“ in der Kategorie „Industrie und andere Unternehmen“ gewann der einzige Mann in dieser Riege: Marc Rasche, Leiter der Unternehmenskommunikation im Klinikum Dortmund.

Eine Relaunch der Forschungssprecher-Wahl

Im Sommer dieses Jahres wurde die Organisation der Auszeichnung der „Forschungssprecher des Jahres“, die ich mit dem Blog „Wissenschaft kommuniziert“ seit 12 Jahren ausgeschrieben und gemanagt habe, an die drei Spitzenverbände der Kommunikation in Deutschland übergegeben, die im Deutschen Rat für Public Relations zusammengeschlossen sind, dem „guten Gewissen“ der Kommunikationsbranche. Im Wechsel wird jeweils ein Verband die Organisation der Wahl übernehmen. In diesem Jahr war die GPRA (Gesellschaft der führenden PR- und Kommunikationsagenturen Agenturen) unter Federführung von Prof. Alexander Güttler dafür zuständig, im kommenden Jahr wird dies der Bundesverband der Kommunikatoren sein (BdKom), ehemals Bundesverband der Pressesprecher, im Jahr darauf die Deutsche Public Relations Gesellschaft (DPRG).

Die neuen Träger haben nicht nur den Verteiler der Wahlstimmen überarbeitet und rund 1.000 Wissenschaftsjournalisten, Journalisten und PR-Profis persönlich per Mail zur Wahl aufgerufen. Sie haben auch den Modus geändert: Anstatt der Blog-Redaktion hat ein „#team21“ genanntes Gremium aus Wissenschaftskommunikatoren, Wissenschaftlern, anderen Experten und Vertretern der drei Verbände Kandidaten für die Wahl vorgeschlagen und daraus in den drei Kategorien jeweils die fünf besten als Vorauswahl vorgeschlagen. Sie standen zur Wahl. Nähere Details des Wahlmodus, der Kandidaten und der beteiligten Personen finden Sie im Wahlaufruf in diesem Blog: Wählen Sie die „Forschungssprecher des Jahres 2021“

Drei Forschungssprecherinnen – die besten Kommunikatoren

Rund 1.000 Wissenschaftsjournalisten, Journalisten und PR-Profis hatten die Wahl – und sie haben drei Frauen auf den Schild gehoben. Alle drei haben in den zurückliegenden Monaten Herausragendes geleistet, standen im Mittelpunkt heftiger gesellschaftlicher Dispute und haben ihre Institutionen und die Wissenschaft vorbildlich kommuniziert.

Forschungssprecherin des Jahres 2021 Kategorie Forschungsinstitute und Hochschulen: Manuela Zingl, zugleich Siegerin beim Publikumspreis

08.06.2021, Berlin – Deutschland. Charité, CCM, Manuela Zingl, Leiterin der Unternehmenskommunikation.

Manuela Zingl wurde zur „Forschungssprecherin des Jahres 2021“ in der Kategorie „Forschungsinstitute und Hochschulen“ gewählt und ist zugleich Gewinnerin des Publikumspreises zu den Forschungssprechern in dieser Kategorie. Sie ist ein Gewächs der Charité. Nach ihrem Studium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaften in Wien kam sie 2008 als Trainee in die Kommunikationsabteilung des Berliner Großklinikums. Über mehrere Stufen stieg sie auf, bis sie 2019 die Leitung der Kommunikationsabteilung übernahm. Gerade rechtzeitig für die große Kommunikations-Herausforderung Corona. In der Pandemie wurde die Charité zu einem Dreh- und Angelpunkt zwischen Wissenschaft und Gesellschaft: einerseits durch einen renommierten Wissenschaftler und großartigen Kommunikator, den Virologen Prof. Christian Drosten, den es zu managen galt, andererseits durch die Leistung der Forscher an dem Klinikum, die immer wieder neue Erkenntnisse mitteilten oder dazu Stellung bezogen. Eine kommunikative Mammutaufgabe.

Und auch sonst: Eine Forschungsklinik in der Hauptstadt steht immer auch im Mittelpunkt des politischen Geschehens, sei es, dass vergiftete Prominente zu behandeln sind oder eben die Politik zur Pandemie Beratung sucht. In all dieser Hektik, den widerstreitenden Interessen zwischen Wissenschaft und Politik fährt Manuela Zingl einen klaren Kurs. Ihr Motto: „Dass wir es gemeinsam schaffen, wichtige gesellschaftliche Debatten zu bereichern, ist eine schöne Bestätigung für unsere Arbeit und motiviert mich zusätzlich.“

Forschungssprecherin des Jahres 2021 Kategorie Forschungsorganisationen und Stiftungen: Dr. Christina Beck, zugleich Siegerin beim Publikumspreis

Dr. Christina Beck wurde zur „Forschungssprecherin des Jahres 2021“ in der Kategorie „Forschungsorganisationen und Stiftungen“ gewählt und ist zugleich Gewinnerin des Publikumspreises zu den Forschungssprechern in dieser Kategorie. Auch sie durchlief ihre Karriere innerhalb der Max-Planck-Gesellschaft (MPG), allerdings mit ganz verschiedenen Perspektiven. In dieserGesellschaft steht Wissenschaft höchster Qualität im Mittelpunkt. Als promovierte Biologin begann sie in der Forschungsplanung, wurde persönliche Referentin eines Vizepräsidenten der Organisation und fand schließlich als Redakteurin im Pressereferat den Weg zur Wissenschaftskommunikation. Seit 2015 leitet sie die Abteilung Kommunikation der MPG. Natürlich ging es auch bei ihr in den letzten zwei Jahren immer wieder um Corona, sowohl durch die Veränderung der eigenen Arbeitsabläufe und Kommunikationswege als auch bei den vermittelten Themen.

Doch dazu kamen noch vier neue Nobelpreisträger in den Instituten der Gesellschaft und zahlreiche andere Themen mit Nachrichtenwert, die sich aus Spitzenforschung in den unterschiedlichsten Gebieten in diesem Zeitraum ergeben. All dies sachgerecht zu kommunizieren bedeutet Hektik, klarsichtiges Management und höchste Kommunikationskompetenz. Das Motto von Christina Beck: „Wenn Wissenschaft ihr Potenzial entfalten soll, unsere Handlungsspielräume zu erweitern, wenn wir aus dem Pool an Ideen für potenzielle Lösungsansätze schöpfen wollen, dann müssen wir Vertrauen aufbauen – in wissenschaftliche Expertinnen und Experten, in ihr Fachwissen und ihre Integrität.“

Forschungssprecherin des Jahres 2021 Kategorie Industrie und andere Unternehmen: Jasmina Alatovic

Jasmina Alatovic wurde zur „Forschungssprecherin des Jahres 2021“ in der Kategorie „Industrie und andere Unternehmen“ gewählt. Sie ist wahrscheinlich den wenigsten Kollegen persönlich bekannt. Das mag einerseits daran liegen, dass die Forschungssprecher in der Industrie ohnehin weniger Kontakt mit den Kollegen in den Wissenschafts-Institutionen haben. Andererseits aber liegt es bei der Kommunikationschefin des Pharmaunternehmens Biontech sicher daran, dass sie in den letzten zwei Jahren gar keine Zeit hatte, den Kopf zu heben und den Blick über den Tellerrand der dringenden Aufgaben zu erheben.

Sie hatte die Aufgabe, ein Unternehmen darzustellen, das innerhalb weniger Monate von einem wenig bekannten Startup zu einem weltweit bei Fachleuten, Aktionären und Laien begehrten Impfstoffhersteller heranwuchs. Und das nicht im stillen Kämmerlein, sondern weltweit beäugt von wirtschaftlichen, politischen und medizinischen Interessenten, inmitten von heißen politischen Debatten um Impfstoff-Sicherheit, Impfstoff-Lieferungen und Impfgerechtigkeit. Und dies gelang ihr, ohne dass ihr Unternehmen auch nur einmal als Sündenbock herhalten musste oder sonst in die Kritik geriet. Das Image des Unternehmens blieb konstant gut, ja verbesserte sich sogar von Monat zu Monat: innovativ, zuverlässig, nützlich. Eine Kommunikations-Meisterleistung. Jasmina Alatovics Motto: „BioNTech hielt konsequent seine Versprechen ein, kommunizierte faktenbasiert, wissenschaftsgetrieben und transparent einen Meilenstein nach dem anderen und stärkte damit das Vertrauen in den Impfstoff.“

Sieger des Publikumspreises zu den Forschungssprechern des Jahres 2021, Kategorie „Industrie und andere Unternehmen“: Marc Raschke

Marc Raschke gewann den Publikumspreis zu den „Forschungssprechern des Jahres 2021“ in der Kategorie „Industrie und andere Unternehmen“, die Online-Wahl. Er ist Leiter der Unternehmenskommunikation des Klinikums Dortmund und steht damit an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, da an das Städtische Klinikum die Anforderungen wie an ein Wirtschaftsunternehmen  gestellt werden. Sein Ziel ist es, nicht nur die Maximalbehandlung der Patienten im Raum Dortmund durch die eigenen Ärzte und Pflegerinnen darzustellen, sondern die Menschen auch schon im Vorfeld gesundheitlich zu beraten. Sein Medium dafür ist insbesondere das Internet, für das er sich schon früh, lange Zeit vor seiner Aufgabe im Klinikum Dortmund engagierte. So gründete er schon 2010 das unabhängige Medizinportal rheinruhrmed, ein kostenloses Online-Gesundheitsmagazin für das Rheinland und Ruhrgebiet. Er ist weiterhin gut vernetzt. Über Corona informiert er heute auf Youtube, über Instagramm-und im Projekt „Corporate Corona Erklärer“ des Klinikums Dortmund. Sein Motto: „Im Kern geht es darum, Wissen aus Medizin und Forschung zu demokratisieren, ‚einfach‘ zu erklären und erlebbar zu machen.“

Die Wahl der Forschungssprecherinnen & -sprecher des Jahres 2021

Die Auszeichnung der Forschungssprecherinnen und –sprecher haben in diesem Jahr erstmalig die drei führenden Kommunikationsverbände BdKom (Bundesverband der Kommunikatoren), DPRG (Deutsche Public Relations Gesellschaft) und GPRA (Gesellschaft der führenden PR- und Kommunikationsagenturen) ausgerichtet, nach dem sie seit zwölf Jahren von diesem Blog „Wissenschaft kommuniziert“ ausgeschrieben und organisiert wurde.

Eine Vorauswahl der Nominierten erfolgte durch ein Gremium aus Expertinnen und Experten der Branche, dem #team21. Dies besteht aus zwölf Vertreterinnen und Vertretern der Trägerverbände, den letztjährigen Gewinnerinnen des Hauptpreises, Wissenschaftlern  und weiteren Expertinnen und Experten. Rund 1.000 Journalistinnen und Journalisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz waren zur Stimmabgabe aufgerufen, zum Publikumspreis gab es eine offene Wahl im Internet, die mit über 7000 Votes auf eine große Resonanz in der Branche stieß.

Kriterien für die Bewertung waren:

  • Professionalität;
  • Journalistische Fähigkeiten;
  • Verständnis für die journalistischen Notwendigkeiten;
  • Niveau der vermittelten Informationen;
  • Verständlichkeit der Informationen in der (allgemeinen) Öffentlichkeit;
  • Digitale/Crossmediale Kompetenz;
  • und Umgang mit den Herausforderungen der Corona-Pandemie.