Braucht Wissenschaftskommunikation Richtlinien? – „Treffpunkt Wissenschaftskommunikation“ #WisskomMUC

Posted on 8. Februar 2022

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Es tut mir leid, aber ich muss Sie erst einmal kurz langweilen. Denn ich beginne mit dem Versuch einer Definition: Es geht hier nicht in erster Linie um die Wissenschaftskommunikation, wie wir Insider sie oft verstehen, also die etablierten Kommunikatoren der Institutionen und ihre tägliche Arbeit. Es geht vielmehr darum, wie Wissenschaft in der Gesellschaft dargestellt wird, natürlich auch durch professionelle Wissenschaftskommunikatoren, aber eben nicht nur. Da tummeln sich auch Unternehmen, Agenturen, Pressestellen, selbsternannte Experten, Politiker und viele andere. Kurzum: Es geht um alle, die sich zu Wissenschaft öffentlich äußern (mit Ausnahme von Medien und Werbung, denn die haben ihre eigenen, anerkannten Sittenwächter).

Prof. Alexander Güttler, zuständiges Mitglied des Deutschen Rates für Public Relations für Richtlinien zur Wissenschaftskommunikation.

Es geht um die guten Sitten in der Kommunikation. Für alle, die professionell kommunizieren, fühlt sich der Deutsche Rat für Public Relations als oberste ethische Instanz zuständig. Er sieht seine Rolle darin, Mindeststandards für die gesellschaftliche Kommunikation im Kommunikations-Kodex und in speziellen Richtlinien vorzugeben und in der Folge grobe Verstöße dagegen durch öffentliche Rügen zu ahnden. Die können schmerzhaft sein, wie sich daran zeigt, dass immer wieder Gerügte versuchen, gerichtlich dagegen vorzugehen. Auch in der Wissenschaftskommunikation: Als der PR-Rat gegen die PR-Kampagne um die „Heinsberg-Protokolle“ eine spektakuläre Rüge aussprach, versuchten die Gerügten – die PR-Agentur eines ehemaligen BILD-Chefredakteurs – sich juristisch dagegen zu wehren.

Jetzt erarbeitet also der Deutsche Rat für Public Relations (DRPR) Richtlinien für die Wissenschaftskommunikation. Aber geht das überhaupt, dass eine wissenschaftsferne Institution in die Freiheit der Wissenschaft und ihrer Kommunikation nach Außen eingreift? Oder ist es andererseits sogar ein neuer Rückhalt für gute, professionelle Wissenschaftskommunikation, wenn auch für all die anderen Akteure außerhalb der Wissenschaft klargestellt wird, was geht und was gar nicht? Diese und andere Fragen stehen im Mittelpunkt des nächsten „Treffpunkts Wissenschaftskommunikation“, der am Montag, den 21. Februar um 18.00 Uhr wieder online stattfindet.

Und wir haben die passenden Diskussionspartner:

  • Prof. Alexander Güttler, selbst Inhaber einer PR-Agentur und aktiver Hochschullehrer, schon lange Mitglied des DRPR und jetzt zuständig für die Erarbeitung der Richtlinien zur Wissenschaftskommunikation. Er wird berichten, warum diese Richtlinien geschaffen werden und wie sie aussehen, ein Entwurf liegt bereits vor und wird kontinuierlich weiterentwickelt.

Dr. Elisabeth Hoffmann, gut vernetzte und weithin bekannte Kommunikationschefin der Technischen Universität Braunschweig. Sie war Mitinitiatorin der „Leitlinien für gute Wissenschafts-PR“ und wird beim „Treffpunkt“ die Perspektive der Wissenschaftskommunikation in einem kurzen Statement schildern.

Richard Gaul, lange Jahre Kommunikationschef der BMW Group, ein Urgestein der deutschen PR, selbst einmal Vorsitzender des DRPR. Er beleuchtet in seinem Statement die Rolle von Richtlinien in der gesellschaftlichen Kommunikation – je näher sich Wissenschaft und Gesellschaft kommen, umso bedeutender auch für die Wissenschaftskommunikation.

Und danach natürlich die Diskussion mit allen Teilnehmern.

Ich lade Sie herzlich ein, dabei zu sein.

Hier können Sie sich direkt anmelden.

(Anmeldung und E-Mail-Angabe unbedingt erforderlich, wegen des Zugangscodes.)

Dieser „Treffpunkt Wissenschaftskommunikation“ ist der sechste, der online stattfindet, der 14. „Treffpunkt“ insgesamt. Er ist offen für alle und überall, die sich für Wissenschaftskommunikation interessieren.

Gastgeber des Online-Treffpunkts ist dieses Mal die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften – acatech.

Der „Treffpunkt“: Austausch, Networking, Community

Der „Treffpunkt Wissenschaftskommunikation“ #WisskomMUC ist eine Initiative dieses Blogs „Wissenschaft kommuniziert. Blog und „Treffpunkt“ bringen Forschungssprecher, Pressesprecher, Öffentlichkeitsarbeiter, Onliner und Wissenschaftler zusammen, die sich für Wissenschaftskommunikation interessieren.

Ziel ist es: After work, Neues erfahren, Fortbildung, Austausch, Kennenlernen, Dabeisein, Networking – miteinander/voneinander profitieren.

Näheres zu den bisherigen 13 Abenden des „Treffpunkts“ #WisskomMUC finden Sie in den Beiträgen dieses Blogs „Wissenschaft kommuniziert“: