Traumjobs? – Der hierarchische Höhenflug der Wissenschaftskommunikation – Treffpunkt Wissenschaftskommunikation #WisskomMUC

Posted on 23. Juni 2022

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Eigentlich ist es trivial: Kommunikation ist komplex. Das merkt jeder schon bei den Kommunikationsproblemen, die sich immer wieder in der eigenen Familie ergeben. Das bedeutet aber, wer gut kommunizieren will, tut dies am besten mit viel Erfahrung, am besten sogar mit einem umfangreichen Schatz von anwendbarem Wissen. Oder aber, wenn er keine Zeit und Gelegenheit hat, diese Erfahrung und das Wissen zu erwerben, oder schlichtweg anderes Wichtiges zu tun hat: Er hat Unterstützer mit Erfahrung und Wissen, die für ihn gute Kommunikation managen.

Und damit wären wir bei der Wissenschaftskommunikation. Viele Jahre lang arbeiteten diese Unterstützer weniger als Kommunikationsmanager, sondern vor allem als Erfüllungsgehilfen, die auf Wunsch und Anordnung der Forscher wissenschaftliche Veröffentlichungen in Pressemitteilungen umformulierten (die vor allem dem Wissenschaftler gefallen mussten), oder für den „Tag der offenen Tür“ an Postern bastelten, auf denen die tollsten Ergebnisse des Instituts in einer höchst erklärungsbedürftigen Grafik dargestellt wurden. Wissenschaftskommunikation, meinten viele, könne man nebenher erledigen, die Tagesarbeit konnte dann der Pressesprecher ausführen.

Doch in den letzten zwei Jahrzehnten haben einerseits zahlreiche „Pressesprecher“ viel über Kommunikation gelernt, haben andererseits manche Forschungsmanager als Institutsdirektoren oder Universitätspräsidenten gelernt, wie wichtig gute Kommunikation für die Wissenschaft ist. Und spätestens die Corona-Pandemie hat durch gute wie durch schlechte Beispiele gezeigt, wie eng Wissenschaft und Gesellschaft miteinander verbunden sind, und dass das Zusammenspiel von beiden nur über gute Kommunikation funktioniert.

Auf Augenhöhe: Julia Wandt, erste Wissenschaftskommunikatorin in einer Universitätsleitung.

So war es eigentlich folgerichtig, dass vor nicht einmal eineinhalb Jahren die Rektorin der Universität Freiburg, Prof. Kerstin Krieglstein, die Wissenschaftskommunikatorin Julia Wandt in die Leitung der Universität berief, auf Augenhöhe mit dem Kanzler und den Prorektoren. Die beiden hatten schon vorher an der Universität Konstanz gemeinsam an einer Aufwertung der Hochschulkommunikation gearbeitet. Inzwischen sind vier Universitäten (Damstadt, Dresden, Köln, TU München) dem Beispiel gefolgt, haben Kommunikatoren in die Hochschulleitung berufen, meist als „Chief Communication Officer“. Und weitere planen, dies in Kürze zu tun.

Ist damit ein Traum vieler Kollegen  in Erfüllung gegangen – Wissenschaftskommunikatoren als Sparringspartner der Wissenschaftler auf Augenhöhe? Doch was kommt in Wirklichkeit auf Nicht-Wissenschaftler zu, wenn sie in die Spitze einer Universität mit ihren höchst komplexen Entscheidungs- und Befindlichkeitsstrukturen aufsteigen? Was brauchen sie an Fähigkeiten, Erfahrungen, Wissen, wenn sie neben den Wissenschaftlern bestehen wollen? Und ist die Spitzenposition wirklich so gut für die Kommunikation? Werden Kommunikationsziele dann nicht allzu oft durch andere Zielsetzungen der Institution korrumpiert?

Das ist das Thema des kommenden „Treffpunkt Wissenschaftskommunikation“ #wisskomMUC,

am Mittwoch, 6. Juli 2022 um 18.00 Uhr – online.

Vom „Erfüllungsgehilfen“ zum „Chief Officer“ –
Der hierarchische Höhenflug der Wissenschaftskommunikation

Es spricht die Frau, die vor 17 Monaten als erste Kommunikatorin in diese Spitzenposition einer Universität kam, Julia Wandt, seit Jahren Vorsitzende des Bundesverbands Hochschulkommunikation und jetzt zuständig für den Geschäftsbereichs Wissenschaftskommunikation und Strategie in der Leitung der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Sie schildert ihre Erfahrungen und Herausforderungen.

TU Braunschweig-Präsidentin Prof. Angela Ittel will Kommunikation in der Hochschulleitung etablieren. (Foto: K.Rottig/TU Braunschweig)

Doch genauso stellt sich auch die Frage, was sich Forschungsinstitutionen von dem plötzlichen Höhenflug der Wissenschaftskommunikation erwarten. Dies kann am besten eine Hochschulpräsidentin, die gerade dabei ist, ebenfalls eine Spitzenposition für die Wissenschaftskommunikation einzurichten: Prof. Angela Ittel, Präsidentin der TU Braunschweig. Sie berichtet von den Erwartungen an die Kommunikatoren auf Augenhöhe.

Danach stellen sich beide der Diskussion mit den Kolleginnen und Kollegen, die – wie immer – sicher sehr intensiv sein wird.

Dieser „Treffpunkt Wissenschaftskommunikation“ ist der achte, der online stattfindet, der 16. „Treffpunkt“ insgesamt. Er ist offen für alle, die sich für Wissenschaftskommunikation interessieren.

Gastgeber des Online-Treffpunkts ist, wie immer, eine Forschungsinstitution aus dem Raum München (der „Treffpunkt“ begann einmal als Kollegentreff in München). Dieses Mal lädt das traditionsreiche Max-Planck-Institut für Physik uns ein und bietet uns die online erforderliche Konferenztechnik.

Ich lade Sie herzlich ein, dabei zu sein.

Hier können Sie sich anmelden.

(Anmeldung und E-Mail-Angabe unbedingt erforderlich, wegen des Zugangscodes.)

Der „Treffpunkt“: Austausch, Networking, Community

Der „Treffpunkt Wissenschaftskommunikation“ #WisskomMUC ist eine Initiative dieses Blogs „Wissenschaft kommuniziert. Blog und „Treffpunkt“ bringen Forschungssprecher, Pressesprecher, Öffentlichkeitsarbeiter, Onliner und Wissenschaftler zusammen, die sich für Wissenschaftskommunikation interessieren.

Ziel ist es: After work, Neues erfahren, Fortbildung, Austausch, Kennenlernen, Dabeisein, Networking – miteinander/voneinander profitieren.

Näheres zu den bisherigen 15 Abenden des „Treffpunkts“ #WisskomMUC finden Sie in diesen Beiträgen des Blogs „Wissenschaft kommuniziert“: