Warum dieser Blog?

Ich bin Wissenschaftsjournalist seit über 35 Jahren. Vor mehr als zehn Jahren habe ich angefangen, mich auch um die andere Seite des Tisches zu kümmern: Wie Wissenschaftler untereinander und mit der Gesellschaft kommunizieren. Lasst es mich so sagen: Da könnte vieles besser sein.

Wissenschaft braucht Kommunikation. In einer Welt, wo nicht nur gilt, was jemand tut, sondern viel mehr, was von ihm wahrgenommen wird, muss diese Kommunikation professionell sein. Das kann kein Forscher nebenher, dazu braucht er Mitarbeiter und Berater, die Wissenschaft kennen und wissen, wie Kommunikation funktioniert. Kurz: Gut ausgebildete und mit allen Wassern gewaschene Kommunikatoren. Anders wird sich Wissenschaft in unserer Welt der Reizüberflutung im Wettrennen um die besten gesellschaftlichen Ressourcen nicht gegen Bereiche wie Wirtschaft, Sport, Entertainment oder Politik behaupten können. Die traditionellen „Pressesprecher“ genügen da nicht mehr.

Mit meiner Erfahrung als Journalist und nun seit über zehn Jahren auch als Wissenschaftskommunikator will ich dazu beitragen, dass das Bewußtsein dafür wächst, dass die Mittel und Möglichkeiten wachsen und dass wir in der Community der Wissenschaftskommunikatoren Erfahrungen und Informationen austauschen.

Dazu dieser Blog. Sie sind herzlich eingeladen, sich zu beteiligen.

One Response “Warum dieser Blog?” →

  1. Thomas Knoll

    10. Juni 2012

    Lieber Herr Korbmannn,

    wenn ich Ihre Zeilen lese, habe ich das Gefühl, Sie wollen den Lauf der Zeit umkehren. An den Institutionen, in den Hightech-Unternehmen wandeln sich die Ansprüche an die Kommunikatoren. In zunehmendem Maße sind statt des fach- oder themenorientierten Wissens vermehrt Stärken auf den Gebieten Vertrieb und Marketing gefragt. Die reißerische Story lässt sich scheinbar besser kommunizieren, als die fachlich untermauerte. Das zeichnet sich immer deutlicher ab. Wobei aber die fachlich, sachlich fundierte Kommunikation nicht im Widerspruch zu spannenden und vielseitig interessanten Geschichten stehen muss.

    Zum Teil ist dieser Trend Ergebnis des Mangels an entsprechend qualifizierten Kommunikatoren, teils aber auch bedingt durch die zunehmende Anspruchslosigkeit traditioneller und neuer Medien und derer Journalisten. Der kritische Leser dieser Medien kann das jedenfalls leicht feststellen.

    Deshalb freue ich mich, dass Sie sich gegen diese Entwicklung stemmen wollen. Deshalb müssen wir die Ansprüche der „altgedienten“ Wissenschafts- und Fachkommunikatoren – dazu rechne ich mich ebenso wie Sie – pflegen, diskutieren und verstärkt kommunizieren. Die Wissenschaftler, Forscher und Entwickler brauchen ganz einfach qualifizierte Kommunikatoren als Transformatoren ihres Fachwissens auf die verschiedenen Ebenen der Öffentlichkeit.

    Wenn immer breitere Schichten der Öffentlichkeit Begriffe wie „Qualitätsjournalismus“ immer intensiver diskutiert, dann haben wir womöglich die Chance, uns gegen den Trend zu stemmen.

    Beste Grüße
    Thomas Knoll
    ehemaliger Kommunikator für das Technolgieunternehmen Bosch

    Antwort

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