Blogger – Was macht Ihr am Samstag? Marschiert für die Wissenschaft!

Posted on 19. April 2017

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Blogger rufen auf zum „Marsch für die Wissenschaft“ am 22. April: Blogger for Science&Facts. (Logo: Julia Uraji mit freepix.com)

Blogautor Wissenschaft kommuniziertDer kommende Samstag ist für die Wissenschaft in Deutschland, aber auch weltweit, ein ganz besonderer Tag: Hunderttausende von Wissenschaftlern und Menschen, die sich für eine demokratische gesellschaftliche Diskussion einsetzen, werden auf die Straße gehen: Beim „Marsch für die Wissenschaft“, oder „March for Science“, wie die weltweite Demonstration im ihrem Mutterland, den USA, genannt wird. Dieser Blog „Wissenschaft kommuniziert“ hat aus diesem Anlass eine Gemeinschaftsaktion der Wissenschaftsblogger gestartet „Blogs for Science&Facts“.

Wir rufen alle Leser auf, sich am „Marsch für die Wissenschaft“ zu beteiligen. Der „Marsch für die Wissenschaft“ findet in 20 deutschen Städten statt, sogar auf Helgoland: Wo, Treffpunkte und Termine finden Sie hier. Die Wetteraussichten sind gut, es gibt also keine Gründe, nicht mit auf die Straße zu gehen!

Heute wollen wir von den Teilnehmern, aber auch von allen anderen Bloggern in der Republik wissen: Was macht Ihr am Samstag? Marschiert Ihr mit? Wo? Mit wem? Wen nehmt Ihr von Euren Freunden mit? Mit welchem Transparent? Schreibt es uns, hier als Kommentar, auf Eurem Blog, bringt andere dazu, für Wissenschaft und Fakten in der öffentlichen Auseinandersetzung zu demonstrieren!

Wissenschaftskommunikation heißt auch: Flagge zeigen

Warum es notwendig ist, Flagge zu zeigen und mit einem „Marsch für die Wissenschaft“ für eine Gesellschaft zu demonstrieren, in der Fakten die Grundlage des demokratischen Disputs bilden, hat DFG-Präsident Prof. Peter Strohschneider eindrucksvoll in einem Interview mit diesem Blog angesprochen: „Das Ende der Einsamkeit in Freiheit“. Die Gemeinschaftsaktion der Blogger haben wir im Beitrag „Blogger for Science&Facts: Blogs setzen ein Zeichen – gemeinsam!“ beschrieben.

Ein ganz besonderer Tag für die Wissenschaft?

Aber: Eine Massendemonstration als ein ganz besonderer Tag für die Wissenschaft? Ja! Aus zwei Gründen: Zum einen haben wohl noch nie so viele Menschen weltweit – über 500 Demonstrationen sind geplant, die größte in der US-Hauptstadt Washington – für die Belange der Wissenschaft demonstriert. Zum zweiten aber – und das ist das wichtigere – begibt sich die Wissenschaft mit diesen Demonstrationen zum ersten Mal auf die Ebene gesellschaftspolitischer Auseinandersetzungen, sie manifestiert (natürlich auch im eigenen Interesse – das ist legitim) für ein gesellschaftspolitisches Anliegen – Fakten als Grundlage der Diskussionen. Sehr gut kommt dies im Aufruf des deutschen „Marschs für die Wissenschaft“ heraus: Wissenschaft leistet mehr für die Gesellschaft als lediglich technische Produkte wie Teflonpfanne, Handy oder Satellitennavigation – sie ist unersetzliche Grundlage sinnvollen Denkens und Handelns sowie der demokratischen Auseinandersetzung, und damit ein wesentlicher Teil der Gesellschaft, und nicht lediglich ihr Lehrmeister oder Gadget-Produzent.

Der „Marsch für die Wissenschaft“ in Berlin sieht auch die zweite Wirkung: „Fakten sind nicht verhandelbar! Das Prinzip der Wissenschaft, Dinge kritisch, kompetent und offen zu hinterfragen, muss die Grundlage unseres Handelns bleiben. Und das zweite große Signal bei diesem Marsch geht in die Wissenschaftsgemeinschaft selbst hinein: ‚Steht auf und artikuliert euch! Forschung und Wissenschaft sind Teil unseres Lebens. Das wollen wir bewusst machen‘ , unterstreicht er heute noch einmal in einer Pressemitteilung per E-Mail. Anlass dazu sind nicht nur die neuen Töne aus dem Weißen Haus in Washington: „Weltweit ist zu beobachten, dass Forschung und Wissenschaft einseitig vereinnahmt, durch als „alternative Fakten“ verkleidete Unwahrheiten geleugnet oder gar durch Verbote  eingeschränkt werden.

Neue Horizonte für die Wissenschaftskommunikation

Das erfordert neue Horizionte für die Wissenschaftskommunikation. Zu hoffen ist nur, dass der 22. April keine „Eintagsfliege“ bleibt, sondern dass er tiefgehende Veränderungen in den Köpfen der Wissenschaftler und der Wissenschaftskommunikatoren auslöst, die meist immer noch davon ausgehen, Wissenschaftskommunikation diene vor allem dazu, Forschungsergebnisse möglichst verständlich und attraktiv den Nicht-Wissenschaftlern nahezubringen. Das ist zu kurz gesprungen: Ihre wahre Rolle für die Gesellschaft spielt Wissenschaft erst dann, wenn es ihr gelingt, neben den Fakten auch das konstruktive kritische Denken in die gesellschaftliche Debatte einzubringen.

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